Aktualisiert 21.08.2012 10:43

Geschäft mit RohstoffenGewinntaucher bei Glencore

Was für die Gesamtwirtschaft gut ist, ist für die Rohstoffhändler schlecht - und umgekehrt. Geringe Preisschwankungen beim Öl drückten auf den Gewinn von Glencore. Dafür ist die Dürre in den USA ein Glück für die Zuger Firma.

von
whr
Glencore-Hauptsitz in Baar (ZG).

Glencore-Hauptsitz in Baar (ZG).

Der weltgrösste Rohstoffkonzern Glencore hat im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn von 1,81 Mrd. Dollar erzielt. Das sind 26 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Insbesondere der Handel mit Öl und Kohle warf wegen geringerer Preisschwankungen weniger ab.

Stark entwickelt haben sich hingegen die Geschäfte mit Metallen und Mineralien sowie Landwirtschaftsprodukten, wie das in Baar ZG ansässige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Rohstoffförderung bekam allerdings die tieferen Metallpreise zu spüren.

Analysten positiv überrascht

Der Konzernumsatz weitete sich dennoch um 17 Prozent auf 108 Mrd. Dollar aus. Stark ausgefallen sei das Finanzergebnis. Die Vermarktung habe sich solid entwickelt, hiess es weiter.

Konzernchef Ivan Glasenberg verwies darauf, dass der Gewinn gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2011 um 12 Prozent gestiegen sei. Im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld sei das Ergebnis eine gute Leistung. Die Analysten hatten einen tieferen Gewinn erwartet, im Schnitt waren sie von 1,6 Mrd. Dollar ausgegangen.

Verhaltener Ausblick

Für das Gesamtjahr 2012 bleibt der Konzern verhalten. «Mit Blick in die nähere Zukunft vermuten und erwarten wir keine wesentliche Verbesserung des Gesamtmarkts oder der wirtschaftlichen Bedingungen», wird Glasenberg im Communiqué zitiert.

Die im März angekündigte Übernahme des kanadischen Getreidekonzerns Viterra ergänzte das Agrargeschäft von Glencore «in einer Zeit, in der die Fundamentaldaten der Branche so positiv sind wie seit einiger Zeit nicht mehr». Denn wegen der Dürre in den USA sind beispielsweise die Weizenpreise deutlich gestiegen.

Keine Neuigkeiten gab es zur geplanten Fusion mit dem Bergbaukonzern Xstrata. Glencore offeriert 2,8 eigene Aktien für jeden Xstrata-Anteilschein. Für den 7. September ist eine Abstimmung der Xstrata-Aktionäre über den 26-Milliarden-Dollar-Deal geplant. Der Golfstaat Katar hatte Glencore Ende Juni aufgefordert, das Übernahmeangebot auf 3,25 eigene Aktien zu erhöhen.

Die in Zug domizilierte Xstrata hat im ersten Halbjahr grössere Einbussen als Glencore verzeichnet: Der Gewinn sackte um ein Drittel auf 2,02 Mrd. Dollar ab. Der Umsatz schrumpfte um 7 Prozent auf 15,55 Mrd. Dollar.

(whr/sda)

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