Zerstörte Autos und Gebäude - Gewitter-Schäden kosten Versicherer Millionen
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Zerstörte Autos und GebäudeGewitter-Schäden kosten Versicherer Millionen

Tausende von Schadenmeldungen gingen wegen des Unwetters ein. Die Versicherungen rechnen mit immensen Kosten – und warnen davor, dass das Ganze noch nicht überstanden ist.

von
Dominic Benz
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Das heftige Gewitter vom Dienstagmorgen knickte Bäume um und zerstörte Autos.

Das heftige Gewitter vom Dienstagmorgen knickte Bäume um und zerstörte Autos.

Tamedia/Urs Jaudas
Auch viele Gebäude wurden beschädigt. 

Auch viele Gebäude wurden beschädigt.

Tamedia/Urs Jaudas
Die Schäden kosten den Versicherungen viele Millionen Franken. 

Die Schäden kosten den Versicherungen viele Millionen Franken.

Tamedia/Urs Jaudas

Darum gehts

  • Das jüngste Gewitter hat Autos und Häuser zerstört.

  • Die Schäden kosten laut Versicherungen Dutzende von Millionen Franken.

  • In den nächsten Tagen gehen die Niederschläge weiter.

  • Die Versicherungen sagen, wie man sich bei Schäden richtig verhält.

Überschwemmungen, umgeknickte Bäume, zerstörte Autos und Häuser – der Gewittersturm vom Dienstagmorgen hinterlässt ein Bild der Zerstörung. Dafür blechen müssen insbesondere die Versicherungen. Sie gehen von Schäden in Millionenhöhe aus.

Die Allianz etwa teilt auf Anfrage mit, dass die Schadensumme weit über 5 Millionen Franken betragen wird. Für konkrete Zahlen sei es noch zu früh, da das Unwetter anhalte. «In einer sehr vorsichtigen ersten Hochrechnung gehen wir, aufgrund der Unwetter der letzten Nacht, derzeit von rund 1000 Fahrzeugschäden und rund 500 Sachschäden aus», so der Allianz-Sprecher.

Auch die Baloise kann noch keine konkreten Zahlen nennen. «Insgesamt erwarten wir schweizweit, aufgrund der Unwetter der letzten Wochen, Schäden in Höhe eines kleineren zweistelligen Millionen-Betrags», sagt eine Sprecherin zu 20 Minuten. Die Versicherung geht schweizweit aktuell von 3000 Schadenmeldungen aus.

Ende nicht in Sicht

Von Schäden in Millionenhöhe geht auch die Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) aus. In einer Mitteilung schreibt sie: «Zusammen mit den Unwettern in der zweiten Junihälfte 2021 rechnet die GVZ mit einer voraussichtlichen Schadensumme von rund 40 Millionen Franken.»

Aktuell liegen der GVZ 300 Schadenmeldungen vor. Sie betreffen vor allem Sturmschäden und Schäden durch umgestürzte Bäume, aber auch überflutete Keller und Garagen. Ein Ende ist offenbar noch nicht in Sicht. «Die Schadenmeldungen steigen im Minutentakt», so die GVZ. Ersten Einschätzungen zufolge, geht man von etwa 2000 Schadensfällen aus.

So viel kosten die Unwetter

Die Mobiliar hat einen Überblick über die grössten Unwetter in den letzten Jahren gemacht. Dabei sind teils Schäden in der Höhe von mehreren Hundert Millionen entstanden:

• Unwetter vom 28./29. Juni 2021, Schadensumme von rund 141 Millionen Franken.
• Unwetter vom 20. bis 24. Juni 2021, Schadensumme rund 111 Millionen Franken.
• Unwetter/Überschwemmungen im August 2005, Schadensumme rund 500 Millionen Franken.
• Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999, Schadensumme rund 73 Millionen Franken.
• Unwetter vom 24. September1993, Schadensumme rund 72 Millionen Franken

Umgeknickte Bäume, herumfliegende Gartenmöbel

Laut den Versicherungen sind umgeknickte Bäume, Hagel, umherfliegende Gartenmöbel, Blitzeinschläge und Überschwemmungen für die Schäden an den Gebäuden verantwortlich. Hinzu kommen Wasserschäden, etwa durch Rückstau aus der Kanalisation.

Autos wurden durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste sowie vereinzelt durch Überschwemmungen beschädigt oder zerstört. Hinzu kommen nun noch Schäden durch Hochwasser. Stark betroffen wurde laut Versicherungen vor allem die Region Zürich, inklusive Stadt. Viele Schäden gabs auch im Jura, teils in Luzern sowie in Richtung Bodensee.

Schäden von 252 Millionen Franken

Wie hoch die Schadensumme gehen kann, zeigen die jüngsten Unwetter. Laut Hochrechnungen der Mobiliar hat die Unwetterserie zwischen 20. bis zum 30. Juni 50'000 Schäden und einen Schadenaufwand von 252 Millionen Franken verursacht. Auch die GVZ geht für diese Zeit von einer Schadensumme von 25 bis 30 Millionen Franken aus.

Die Gebäudeversicherung warnt aufgrund der anhaltenden Regenfälle vor Überschwemmungen und Hochwasser. Daher empfiehlt sie den Eigentümerinnen und Eigentümern entsprechende Schutzmassnahmen vorzunehmen – insbesondere zum Schutz vor Keller- und Garagenüberflutung.

Auch die Baloise warnt vor weiteren Überschwemmungen, Murgängen sowie Pegelüberschreitungen von Fliessgewässern und Seen. Betroffen sei die ganze Schweiz. Für die Versicherung ist klar: «Das Ganze ist noch nicht überstanden.»

Das müssen Sie bei Schäden tun

Laut der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) sind die Schäden schnellstmöglich zu melden. Das geht über ein Online-Formular auf gvz.ch oder per Telefon unter der kostenlosen Nummer 0800
442 442. Bevor man mit Not- und Sofortmassnahmen beginnt, sollte man den Schaden unbedingt dokumentieren und fotografieren. Um weitere Schäden zu verhindern, empfehlen die Versicherungen notfallmässig Abdeckungen anzubringen und Fenster abzudichten. Zu den weiteren Massnahmen gehörten auch das Abpumpen von Wasser, beispielsweise durch die Feuerwehr, und weitere Notreparaturen. Ebenfalls soll man wertvolle Gegenstände in Sicherheit bringen.

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