Badeverbot in Touristenort - Gewitter spült Fäkalbakterien in den Neuenburgersee

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Badeverbot in TouristenortGewitter spült Fäkalbakterien in den Neuenburgersee

In Cudrefin VD ist der See wegen einer überlaufenen Kläranlage verschmutzt. Diese bereite schon lange Probleme, sagt ein langjähriger Feriengast.

von
Noah Knüsel
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Im Neuenburgersee bei Cudrefin VD ist Baden bis auf Weiteres verboten. Nach den heftigen Gewittern von letzter Woche ist das Wasser mit Fäkalbakterien verschmutzt. 

Im Neuenburgersee bei Cudrefin VD ist Baden bis auf Weiteres verboten. Nach den heftigen Gewittern von letzter Woche ist das Wasser mit Fäkalbakterien verschmutzt.

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«Das Unwetter brachte die Wasserleitungen und die Kläranlage zum Überlaufen», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Nun sei die Konzentration von E.Coli-Bakterien im Wasser zu hoch, wie «24 Heures» schreibt.

«Das Unwetter brachte die Wasserleitungen und die Kläranlage zum Überlaufen», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Nun sei die Konzentration von E.Coli-Bakterien im Wasser zu hoch, wie «24 Heures» schreibt.

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Einen langjährigen Feriengast überrascht die Situation nicht: «Die Kläranlage ist seit Jahren chronisch überlastet», sagt er zu 20 Minuten. 

Einen langjährigen Feriengast überrascht die Situation nicht: «Die Kläranlage ist seit Jahren chronisch überlastet», sagt er zu 20 Minuten.

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Darum gehts

  • Im Neuenburgersee ist ein Teil des Wassers verschmutzt.

  • Wegen einer zu hohen Konzentration an E.Coli-Bakterien herrscht bei Cudrefin VD jetzt Badeverbot.

  • Im Dorf hofft man, dass dieses möglichst bald aufgehoben wird.

Nach den heftigen Unwettern der letzten Woche ist das Wasser des Neuenburgersees mit Fäkalbakterien verschmutzt. In Cudrefin VD darf an den Gemeindestränden nicht mehr gebadet werden. «Die Gewitter brachten die Wasserleitungen und die Kläranlage zum Überlaufen», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Nun sei die Konzentration von E.Coli-Bakterien im Wasser zu hoch, wie «24 Heures» schreibt. Die Fäkalbakterien könnten Magen-Darm-Grippen und Harnwegsinfektionen auslösen. Einen langjährigen Feriengast überrascht die Situation nicht: «Die Kläranlage ist seit Jahren chronisch überlastet», sagt er zu 20 Minuten.

Viele neue Häuser

In den letzten zwanzig Jahren sei sehr viel gebaut worden, so der Mann: «Die Kläranlage ist mittlerweile viel zu klein für die Grösse des Dorfes.» Deswegen habe es schon viele Baueinsprachen gegeben.

Gemäss «24 Heures» ist die Anlage über 40 Jahre alt. Sie genüge den modernsten Standards nicht mehr und erreiche das Ende ihrer Lebensspanne, schrieb die Zeitung bereits 2017. Mittlerweile ist eine regionale Kläranlage geplant, die 2027 ihren Betrieb aufnehmen soll.

Heftiges Unwetter

Dass die Verschmutzung des Sees mit einer modernen Kläranlage hätte verhindert werden können, glaubt Jeff Brunner nicht. Er betreibt das Restaurant «Baywatch» in Cudrefin. «Bei so einem Gewitter hilft die beste Infrastruktur nichts», sagt er zu 20 Minuten. Und auch Gemeindepräsident Richard Emmenegger betonte gegenüber «24 Heures», ein solches Unwetter hätten sogar die ältesten Dorfbewohner noch nie erlebt.

Auf Anfrage von 20 Minuten verweist Emmenegger auf die Medienmitteilung. Zur möglichen Rolle der Kläranlage für die Wasserverschmutzung äussert er sich nicht.

«Wir haben vor allem Feriengäste aus der Deutschschweiz»

Wirt Jeff Brunner hat um diese Zeit normalerweise viele Gäste, wie er sagt. Jetzt blieben diese aber aus: «Das Wetter ist schlecht und man darf nicht einmal baden.» Für sein Restaurant sei diese Situation sehr schlecht. Auch für Christina Füri hätte die Sommersaison besser anfangen können. Sie ist für den Campingplatz der Gemeinde mit rund 550 Standplätzen zuständig. «Wir haben vor allem Gäste aus der Deutschschweiz», sagt sie. Im Moment habe es aber noch nicht sehr viele Personen. «Bei uns beginnt die Hochsaison meistens um den 10. Juli herum.»

Am Montag würden wieder Gewässerproben genommen, so Füri weiter: «Wir hoffen, dass der See möglichst bald wieder zum Baden freigegeben wird.»

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