Druck wird erhöht: «Gezielte Massnahmen» gegen Gbagbo
Aktualisiert

Druck wird erhöht«Gezielte Massnahmen» gegen Gbagbo

Nach den Wahlen haben sich in der Elfenbeinküste der Sieger und der Verlierer zum Präsidenten ausrufen lassen. Nun reicht es auch dem Uno-Sicherheitsrat.

Uno-Blauhelme stehen Wache vor dem Golf Hotel in Abidjan, wo Wahlgewinner Alassane Ouattara sein  Hauptquartier hat, 8. Dezember 2010.

Uno-Blauhelme stehen Wache vor dem Golf Hotel in Abidjan, wo Wahlgewinner Alassane Ouattara sein Hauptquartier hat, 8. Dezember 2010.

Der Uno-Sicherheitsrat ist zu einem Eingreifen in der Elfenbeinküste bereit. Der Rat erklärte am Mittwoch in New York, er sei bereit «gezielte Massnahmen» gegen Personen zu ergreifen, die den Friedensprozess in der Elfenbeinküste störten oder gegen die Menschenrechte verstiessen. Der Sicherheitsrat forderte alle Beteiligten auf, den Sieg des Oppositionskandidaten Alassane Outtara bei der Präsidentenwahl zu akzeptieren. Amtsinhaber Laurent Gbagbo hat den von der Wahlkommission verkündeten Sieg Ouattaras nicht anerkannt und hat sich ebenso wie der Oppositionskandidat zum Staatschef erklärt.

Auch der Block westafrikanischer Staaten hat den Druck auf Präsident Laurent Gbagbo erhöht. Das Bündnis teilte am Dienstag mit, es betrachte Oppositionsführer Alassane Ouattara als rechtmässigen Sieger der Stichwahl. Zudem suspendierte die 15 Staaten umfassende Organisation die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste auf unbestimmte Zeit.

Armee bleibt unter Gbagbo

Gbagbo kontrolliert weiterhin die Armee des Landes und hat Rufe nach seinem Rücktritt als Einmischung in die inneren Angelegenheiten abgetan. Das afrikanische Land ist der wichtigste Kakao-Produzent der Welt. Wegen der politisch unruhigen Lage verteuerte sich Kakao an den Terminmärkten.

Zudem hat die unsichere Situation hunderte Einwohner zur Flucht ausser Landes bewogen. Die Vereinten Nationen evakuierten 500 Mitarbeiter. Während Gbagbo weiter im Präsidentenpalast residiert, tagt Ouattara mit seinem Kabinett in einem Hotel am anderen Ende der Hauptstadt. UNO-Blauhelmsoldaten haben das Hotel mit Stacheldraht abgesperrt und bewachen es. (sda/dapd)

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