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Aktualisiert

Das sind die Foodtrends 2021

Kaum ein Bereich ist von der Corona-Krise so stark betroffen wie die Kulinarik. Das beeinflusst auch unser Essverhalten, wie Food-Forscherin Hanni Rützler feststellt.

von
Lucien Esseiva
4.1.2021

Snackification

2021 fallen klassische Mahlzeiten oft weg und werden durch Snacks ersetzt.

2021 fallen klassische Mahlzeiten oft weg und werden durch Snacks ersetzt.

Daria Shevtsova/Pexels

Schon seit längerem ersetzen Menschen – vor allem im urbanen Raum – klassische Mahlzeiten wie Frühstück, Mittag- und Abendessen durch kleinere Snacks. Befeuert wird dieser Trend durch das Aufkommen von immer feineren Angeboten, wie Tapas, Burger, Ramen und Bowls. Snackification bezeichnet also nicht mehr eine Belohnung zwischendurch, sondern die Mischung kleinerer Mahlzeiten, die kreativ und unabhängig der Tageszeit zusammengestellt werden.

Mit dem Lockdown und dem Arbeiten im Homeoffice stellte Food-Forscherin Hanni Rützler vom deutschen Zukunftsinstitut in ihrem Food Report 2021 jedoch eine Rückkehr zu einer geregelten Ernährung fest – drei Mahlzeiten pro Tag zu essen hätte wieder ihre «strukturgebende Funktion zurückgewonnen», schreibt Rützler. Trotzdem stehen wir 2021 nicht täglich am Herd, sondern nutzen die stark aufkommende Take-Away und Lieferservice-Kultur.

Meet Food

Hallo Bäckerin! Immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen wollen den Produzenten oder die Produzentin kennenlernen. 

Hallo Bäckerin! Immer mehr Konsumenten und Konsumentinnen wollen den Produzenten oder die Produzentin kennenlernen.

Tran/Pexels

«Immer mehr Menschen wollen Lebensmittel nicht nur verbrauchen, sondern erleben», steht im Food Report 2021. Das hat damit zu tun, dass Konsumenten und Konsumentinnen genau wissen möchten, wo das Lebensmittel herkommt und wie es produziert wird. Das Brot beim Bäcker, das Fleisch bei der Metzgerin oder das Gemüse direkt auf dem Bauernhof oder dem Wochenmarkt zu kaufen, wird 2021 noch wichtiger als in den letzten Jahren.

Doch auch diesem Trend macht Corona einen kleinen Strich durch die Rechnung. Weil wir öfters zu Hause sitzen müssen, erleben Back-, Wurst- und Käseworkshops ein ziemliches Hoch, ausserdem boomen Online-Back- und Kochanleitungen.

Ghost Kitchen

Die Küche bleibt zwar 2021 nicht leer, aber es kochen dort Menschen, die wir nie sehen werden.

Die Küche bleibt zwar 2021 nicht leer, aber es kochen dort Menschen, die wir nie sehen werden.

Cleyder Duque/Pexels

Die nette Wirtin und die sympathische Kellnerin, die dir den Teller auf den Tisch stellt, haben offenbar bald ausgedient. In der Küche brutzeln 2021 immer öfter Menschen, die wir nie zu Gesicht bekommen werden – ziemlich gespenstig. Daher der Begriff Ghost Kitchen.

Die Unsicherheit in der Gastronomie hat zur Folge, dass sich immer mehr Betriebe dafür entscheiden, ganz auf Delivery oder Take-away zu setzen – Gasträume werden, zumindest laut dem Food Report 2021, immer häufiger verschwinden.

Soft Health

Gesunde Ernährung ohne Dogmen – das ist Soft Health. 

Gesunde Ernährung ohne Dogmen – das ist Soft Health.

Nadi Lindsay/Pexels

Es ist eine gute Nachricht für Geniesserinnen und Geniesser. Unter dem Food-Trend Soft Health versteht das Zukunftsinstitut ein «ganzheitlicheres Verständnis von gesunder Ernährung, das nicht mehr primär nährstoff- und kalorienbezogen ist».

Anstatt einzelne Lebensmittel aus dem Menüplan zu verbannen, weil sie als ungesund gelten, setzten die Forscher auf «Ausgewogenheit und Vielfalt». Beim Trend gehe es um Speisen mit einem hohen Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreideprodukten. Das haben wir aber jetzt schon ganz gut drauf. Frisches Obst war nach Teigwaren und Konserven das am meisten gekaufte Lebensmittel in der Krise.

DIY Food und Gourmet Gardening

Gärtnern wird 2021 noch cooler. 

Gärtnern wird 2021 noch cooler.

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Erst wurden wir durch den Lockdown, Restaurant-Schliessungen und Homeoffice dazu gezwungen, mehr zu kochen und vielleicht auch eigene Kräuter und Gemüse auf dem Balkon oder der Dachterrasse anzubauen. Nun haben wohl viele Freude an der Arbeit in Küche und dem Gärtnern bekommen und wollen das neu gewonnen Hobby auch 2021 weiterführen.

Laut Hanni Rützler kann man als Hobby-Gärtner oder -Gärtnerin sogar angeben. Sie schreibt in ihrem Food Report: «Das ist kein biedermeierlicher Backlash, sondern es waren und sind die hippen jungen Grossstädter und -städterinnen, die auch den Schrebergarten für sich neu entdecken, im urbanen Raum Nutzgartenprojekte initiieren und Fenchel statt Geranien oder Tomaten statt Petunien auf ihren Terrassen pflegen.»

Was ist der Food Report 2021 vom deutschen Zukunftsinstitut?

Das deutsche Zukunftsinstitut setzt sich seit 1998 mit Trend- und Zukunftsforschung auseinander, das Unternehmen gilt als international führender Ansprechpartner bei Fragen zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler analysiert für das Zukunftsinstitut seit 2003 Trends, Entwicklungen und Zukunftsthemen für Food und Beverage. 2020 war für Rützler und ihren Food Report 2021 ein aufregende Zeit. «Alle waren von Corona enorm betroffen, für die Food-Trends war es aber ein super spannendes Jahr», sagt die Wissenschaftlerin. In ihrem grossen Food Report 2021 erklärt sie unter anderem, welche Trends enorm an Tempo gewonnen haben, welche brutal ausgebremst wurden und auf welche Food-Trends wir uns freuen dürfen.

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4 Kommentare
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Gourmand

05.01.2021, 11:24

Der Trend ist ganz einfach. Lokale und saisonale Produkte, ausgewogen zusammengestellt und zubereitet. Möglichst wenig Zucker und Fette. Selber kochen und in Ruhe geniessen. Dazu ein nettes Gespräch mit dem Partner oder der ganzen Familie. Der ganze Hyper- und Superfood brauchen wir nicht, bringt keinen Zusatznutzen für uns; nur für die Händler mehr Gewinn und für uns mehr Gifte und mehr Umweltverschmutzung und mehr Ausnützung von armen Farmern.

nackedsaki

04.01.2021, 16:00

nix wir!!!! vielleicht du....