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Illegale AktionGhostbikes weisen auf Unfall-Hotspots hin

Velounfälle haben in der Stadt Zürich seit 2006 um 50 Prozent zugenommen. Aktivisten markieren nun mit weissen Velos die 15 gefährlichsten Stellen in den Kreisen 1, 4 und 5.

von
rom
Ein Ghostbike an der Ecke Hard-/Josefstrasse in Zürich-West.

Ein Ghostbike an der Ecke Hard-/Josefstrasse in Zürich-West.

Ein weiss angespraytes Velo ist seit gestern Abend an der Kreuzung Hard-/Josefstrasse unter der Hardbrücke angekettet. Zwei Rosen sind angesteckt, eine Grabkerze brennt. Im Velodreieck steht geschrieben: «Zu viele Velounfälle an dieser Stelle – wo ist der Veloweg?» Ohne Erlaubnis hat eine Gruppe von rund einem Dutzend Aktivisten an 15 Velounfall-Hotspots in der Zürcher City sowie in den Kreisen 4 und 5 sogenannte Ghostbikes aufgestellt: Neben der Hardbrücke beispielsweise am Central, Albis­riederplatz, Letzi­grund-Kreisel oder an der Einmündung von der Lang- in die Badenerstrasse. «Velounfälle haben laut Unfallstatistik der Polizei seit 2006 um 50 Prozent zugenommen – wir wählten jene Orte aus, wo es zu den meisten Ereignissen kam», sagt ein Aktivist, der vorerst anonym bleiben möchte. Ziel sei es, alle Verkehrsteilnehmer mit kreativen Mitteln auf die gefährlichen Situationen hinzuweisen.

Die Idee mit den Ghostbikes stammt aus London. «Einer von uns hat das dort gesehen», sagt der Aktivist. Auch in anderen Städten wie New York oder Berlin seien Ghostbikes bereits populär. Die Zürcher hoffen nun sogar auf Nachahmer: «Wer in seinem Quartier eine Unfallstelle markieren möchte, soll dies unbedingt tun.»

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