Kritik wird laut – Gianni Infantino zügelt nach Katar – und die Fifa bald nach Paris?
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Kritik wird lautGianni Infantino zügelt nach Katar – und die Fifa bald nach Paris?

Der Fifa-Präsident soll gemäss Medienberichten nach Doha gezügelt sein. Sein Vorgänger Sepp Blatter glaubt, dass Infantino bald auch den Hauptsitz der Fifa von Zürich nach Paris verlegen möchte.

von
Florian Osterwalder
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Fifa Präsident Gianni Infantino und der Emir von Katar Tamim bin Hamad Al Thani. Infantino soll mittlerweile seinen Wohnsitz nach Doha verlegt haben.

Fifa Präsident Gianni Infantino und der Emir von Katar Tamim bin Hamad Al Thani. Infantino soll mittlerweile seinen Wohnsitz nach Doha verlegt haben.

REUTERS
Laut Infantino soll die diesjährige WM ein «Festival der sozialen Integration» werden.

Laut Infantino soll die diesjährige WM ein «Festival der sozialen Integration» werden.

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Nun hat sich auch noch der Ex-Präsident der Fifa gemeldet, Sepp Blatter. Er legt noch einen obendrauf und sagt, dass Infantino auch den Hauptsitz der Fifa zügeln möchte. Und nämlich von Zürich nach …

Nun hat sich auch noch der Ex-Präsident der Fifa gemeldet, Sepp Blatter. Er legt noch einen obendrauf und sagt, dass Infantino auch den Hauptsitz der Fifa zügeln möchte. Und nämlich von Zürich nach …

imago images/Sven Simon

Darum gehts

Fifa-Präsident Gianni Infantino soll laut «Sonntagsblick»-Recherchen schon in Katar wohnen – im Land, wo dieses Jahr die Fussball-WM stattfinden wird. In Doha, der Hauptstadt von Katar, soll sich der Chef des Weltfussballverbandes eine Wohnung gemietet haben; zwei seiner Töchter seien bereits eingeschult. Nun meldet sich auch der Ex-Präsident der Fifa, Sepp Blatter, zu der Katar-Geschichte rund um Infantino. Blatter schreibt auf Twitter: «Es überrascht mich nicht, dass Infantino nach Katar zieht. Offenbar fühlt er sich nicht wohl in der Schweiz. Er will auch den Hauptsitz der Fifa von Zürich nach Paris verlegen.»

Spannend dabei: Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, ist unter anderem auch der Besitzer von Paris St. Germain. Infantino soll ein freundschaftliches Verhältnis gegenüber dem Emir pflegen. Blatter behauptet ausserdem, dass der Fifa-Präsident einen Teil der Administration in die Vereinigten Staaten outsourcen wolle.

Der Hauptsitz der Fifa war bereits einmal in Paris

Der Ex-Präsident hat dazu eine klare Meinung: «In meinen Augen ist das eine schlechte Entwicklung.» Es wäre nämlich nicht das erste Mal, dass die Fifa ihren Hauptsitz dann in Paris hätte. Wegen der politischen und wirtschaftlichen Stabilität wurde der Hauptsitz des Weltfussballverbandes 1932 von der französischen Hauptstadt nach Zürich verlegt.

Und was hält Blatter vom Umzug von Infantino, in die katarische Hauptstadt Doha? «Unter meiner Präsidentschaft führten wir Weltmeisterschaften in Japan und Südkorea, Deutschland, Südafrika und Brasilien durch. Aber es wäre mir nie in den Sinn gekommen, meinen Wohnsitz in eines dieser Länder zu verlegen», sagt Blatter gegenüber dem «Blick».

«Katar ist ein undemokratisches und sexistisches Regime»

Doch nicht nur Blatter kritisiert den Umzug von Infantino nach Doha. Auch der Korruptionsexperte Mark Pieth (68) lässt kein gutes Wort am Fifa-Präsidenten. Gegenüber dem «Blick» sagt Pieth: «Dass sich Infantino gerne in die Nähe von mächtigen Leuten begibt, sagt etwas über seinen Charakter aus.» Der Umzug spreche nicht für Infantino. Mark Pieth, Strafrechtsprofessor, setzte unter anderem während der Skandaljahre von Sepp Blatter den Grundstein für den Reformprozess bei der Fifa.

Aber Pieth schiesst auch gegen den Wüstenstaat. «Katar ist ein undemokratisches und sexistisches Regime, das überdies den IS in Syrien finanziell unterstützt haben soll.» Bei der WM-Vergabe nach Katar seien schon vor zehn Jahren Widersprüchlichkeiten ans Licht gekommen, so der Strafrechtsprofessor.

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