CL-Qualifikation: «Gib das verdammte Geld aus!»
Aktualisiert

CL-Qualifikation«Gib das verdammte Geld aus!»

Würden Europas Staaten ihre Haushalte so führen wie Arsène Wenger jenen von Arsenal, gäbe es keine Schuldenkrise. Doch vor dem Spiel gegen Udinese am Mittwoch Abend steht der Elsässer unter Druck.

von
Sandro Compagno
Das Schicksal hat sich gegen ihn verschworen: Wenger am letzten Sonntag beim 0:2 gegen Liverpool.

Das Schicksal hat sich gegen ihn verschworen: Wenger am letzten Sonntag beim 0:2 gegen Liverpool.

Die Forderungen der Fans lassen wenig Raum für Interpretationen. «Spend some f... money!», tönt es von den Rängen, «gib das verdammte Geld aus!» Vor 15 Jahren kam Arsène Wenger von der AS Monaco nach Nord-London. Bei Arsenal liess er hinreissenden Fussball spielen, führte den Traditionsklub dreimal zum Titel und viermal zum FA-Cup. Er tat dies, ohne die Transfer-Exzesse von Geldgebern wie Roman Abramowitsch (Chelsea) oder -vernichtern wie Malcolm Glazer (Man United) mitzumachen.

Auch in diesem Sommer hat Wenger keine Stars geholt, sondern Spieler, die er zu Stars machen will. Dafür hat er einen Transferüberschuss von 15 Mio. Euro erwirtschaftet. Darin sind die rund 25 Millionen, die Manchester City für Samir Nasri überweisen wird, noch nicht eingerechnet. Der französische Spielmacher flog gestern nicht mit dem Team nach Udine, sondern zu medizinischen Tests nach Manchester.

Finanzielle Gesundheit ist das eine, sportlicher Erfolg das andere. Wengers letzter Titel, ein Cupsieg, liegt sechs Jahre zurück. Zu lange für viele Fans. «Arsène knows – Arsène weiss es», lautet ein geflügeltes Wort unter den Arsenal-Supportern. Jetzt muss Wenger beweisen, dass er es tatsächlich besser weiss als seine Kritiker. Die Gunners sind mit einem Punkt aus zwei Spielen miserabel in die Premier League gestartet. Und weil sie die letzte Saison nur als Vierte beendeten, führt ihr Weg in die Champions League via Playoff gegen Udinese. Das Hinspiel hat Wenger 1:0 gewonnen – kein beruhigendes Polster vor dem Rückspiel, bei dem er nach dem Rekurs gegen seine Sperre nun doch coachen darf. «Das Spiel ist von enormer Bedeutung für uns», weiss Wenger. Letztmals fand 1997/98 eine Champions League ohne Arsenal statt. Und bereits am Sonntag folgt das nächste Spiel von enormer Bedeutung: gegen Manchester United und seinen alten Rivalen Alex Ferguson.

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