Fall Mirco: «Gib uns bitte unser Kind zurück»
Aktualisiert

Fall Mirco«Gib uns bitte unser Kind zurück»

Mit einem emotionalen Appell haben sich die Eltern des verschwundenen Mirco aus Grefrath an den vermeintlichen Entführer ihres Sohnes gewandt.

Die Eltern des verschwundenen Mirco aus Grefrath, Sandra und Reinhard Schlitter, appellierten im WDR-Fernsehen an den vermeintlichen Entführer ihres Sohnes. (Foto: WDR/Catrin Heering)

Die Eltern des verschwundenen Mirco aus Grefrath, Sandra und Reinhard Schlitter, appellierten im WDR-Fernsehen an den vermeintlichen Entführer ihres Sohnes. (Foto: WDR/Catrin Heering)

«Gib uns bitte unser Kind zurück oder sage, wo wir Mirco finden können», verlas die Mutter am Samstagabend unter Tränen im WDR-Fernsehen. Die Polizei suchte unterdessen gut drei Wochen nach dem Verschwinden von Mirco erneut mit über 400 Beamten nach dem Jungen. Bei den Ermittlern sei ein «guter Hinweis» eingegangen, dem der Suchtrupp nun nachgehen wolle, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Gesucht werde in einem Gebiet nördlich von Grefrath rund um die Abtei Mariendonk, das zuvor noch nicht durchkämmt worden sei. Es würden auch wieder Hubschrauber und Leichenspürhunde eingesetzt. Nähere Angaben wollte der Sprecher nicht machen.

Mirco war am 3. September zuletzt an einer Bushaltestelle in der Nähe einer Skater-Anlage in Grefrath gesehen worden. Von dort aus wollte er mit dem Fahrrad nach Hause fahren, kam aber nicht an. Die Polizei hatte daraufhin zwei Wochen lang täglich mit bis zu 1000 Beamten Felder, Wälder und Wiesen in der Umgebung von Grefrath durchkämmt sowie Wohnungen und Fahrzeuge durchsucht. Auf einem Parkplatz in der Region waren wenige Tage nach Mircos Verschwinden Kleidungsstücke des Jungen gefunden worden. Die Polizei befürchtet, dass das Kind einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Sie geht davon aus, dass der Täter aus der Region stammt.

Mutter rechnet auch mit dem «Schlimmsten»

Mircos Mutter sagte im WDR-Fernsehen: «Wir und seine Geschwister würden ihn gerne in unsere Arme nehmen, sagen, dass wir ihn liebhaben und dass alles wieder gut wird. Und falls das Schlimmste eingetroffen ist, müssen wir Abschied nehmen und irgendwie weiterleben.» Der Polizeisprecher sagte: «Wir haben die Hoffnung, dass der Täter sich beeindrucken lässt und uns einen anonymen Hinweis gibt, dass wir Mirco finden können.»

Auch die Suche nach Zeugen haben die Ermittler noch einmal verstärkt. Am Freitagabend, genau drei Wochen nach Mircos Verschwinden, wurden rund um den vermuteten Tatort vier Stunden lang alle vorbeifahrenden Fahrzeuge geblitzt. Auf diese Weise will die Soko Mirco feststellen, wer freitagabends mit seinem Auto im Bereich der tatrelevanten Orte unterwegs ist. «Mit viel Glück und Zufall ist vielleicht auch der Täter geblitzt worden», sagte der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel.

Zudem legten die Ermittler in den Gaststätten der Region Listen aus, in die sich alle eintragen sollen, die dort freitags regelmässig zu Gast sind. Auch Besucher, die sich am Tag von Mircos Verschwinden in einem der Lokale aufhielten, bittet die Polizei, sich einzutragen.

Insgesamt gingen bei den Ermittlern inzwischen über 2500 Hinweise ein. Eine heisse Spur ist nach Einschätzung der Polizei jedoch nicht dabei.

(dapd)

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