Aktualisiert 17.03.2004 19:46

Neu im Kino: «The Passion of the Christ»

Gibson zeigt die letzten 12 Stunden von Jesus

Mel Gibsons «The Passion of the Christ» macht in den USA Rekordumsätze. Nun kommt der kontroverse Film in die Schweiz.

Brutal sei er, wird über «The Passion of the Christ» gesagt. In Wirklichkeit ist er noch viel brutaler. Der Film zeigt die letzten zwölf Stunden im Leben des Jesus von Nazareth (Jim Caviezel). Von der Verhaftung bis hin zur Kreuzigung zelebriert Regisseur Mel Gibson das langsame, grausame Sterben Jesu bis an die Schmerzgrenze und manchmal darüber hinaus. Blutig, kompromisslos und pompös.

Von Judas verraten und von den Pharisärern angeklagt, wird Jesus nach seiner Verhaftung von einer Horde blutrünstiger römischer Soldaten zum Wrack geschlagen. Zunächst mit Fäusten, dann mit Ruten, Ketten und «neunschwänzigen Katzen», bis seine Haut in blutigen Fetzen an ihm herunterhängt. Jesus auf dem Kreuzweg ist dann nur noch ein zuckender Haufen menschlichen Fleisches. Bei der Kreuzigung wird detailbesessen gezeigt, wie sein Arm ausgerenkt wird, damit er besser ans Kreuz passt, und wie dicke Nägel durch seine Hände und Füsse geschlagen werden. Das Zuschauen beim langsamen Sterben, in langen Sequenzen gefilmt, ist fast unerträglich.

Mel Gibson lässt seine Akteure aramäisch und lateinisch sprechen. Damit will er seiner Geschichte Authentizität verleihen. Doch auch Gibsons Passionsgeschichte ist nur so wahr, wie eine über zweitausend Jahre überlieferte Geschichte wahr sein kann.

Fazit: «The Passion» kommt in packender Intensität rüber, die leider verblendet wirkt.

Simone Ott, Los Angeles

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