16.02.2020 13:54

CoronavirusGibt es bald keinen Ingwer mehr in der Migros?

Wegen dem Coronavirus steht in einigen chinesischen Fabriken die Produktion still. Das könnte sich bald auf das Sortiment der Schweizer Detailhändler auswirken.

von
bsc
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Wegen dem Coronavirus stockt die Produktion in China.

Wegen dem Coronavirus stockt die Produktion in China.

Deshalb rechnen Detailhändler, wie Coop mit Lieferengpässen.

Deshalb rechnen Detailhändler, wie Coop mit Lieferengpässen.

Keystone/Gaetan Bally
Die Migros hat sogar einen Krisenstab gebildet. Dieser soll nach Lösungen für zu erwartende Probleme in der weltweiten Logistik suchen.

Die Migros hat sogar einen Krisenstab gebildet. Dieser soll nach Lösungen für zu erwartende Probleme in der weltweiten Logistik suchen.

Keystone/Melanie Duchene

Ingwer, Pilze, Bambussprossen und Spargeln aus dem Glas – fast die Hälfte dieser Produkte stammen aus China. Auch eine grosse Anzahl Bohnen, Knoblauch und Fische kaufen Schweizer Detailhändler im Reich der Mitte ein. Genau bei diesen Produkten könnte es jetzt zu Engpässen kommen. Denn wegen des Coronavirus stehen zahlreiche Fabriken in China still.

Im Moment fehlen weder Ingwer noch Pilze in den Regalen der Detailhändler. Doch: Sowohl die Migros als auch Coop rechnen damit, dass es zu Lieferengpässen kommen wird.

So hatte die Migros bereits Schwierigkeiten Hygienemasken aufzutreiben. Deshalb hat die Detailhändlerin einen Krisenstab gebildet. Dieser soll nach Lösungen für zu erwartende Probleme in der weltweiten Logistik suchen, sagt ein Sprecher zu 20 Minuten. Auch wird der Krisenstab Vorkehrungen zur Bewältigung einer möglichen Pandemie in der Schweiz treffen.

Coop beobachte die Lage laufend, wie eine Sprecherin sagt. Bisher würden noch alle Produkte aus China in die Schweiz geliefert. «Bei möglichen Engpässen könnten wir auf Lieferanten in anderen Ländern ausweichen.»

Die Modebranche trifft es besonders hart

Manor sucht bereits nach Zulieferbetrieben in Europa, der Türkei und Tunesien, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Betroffen ist vor allem die Kleiderabteilung. Denn viele Stoffe, Reissverschlüsse, Fäden und Knöpfe stammen aus China. Durch die anhaltenden Produktionsunterbrüche könnte es in der Herbst- und Winterkollektion zu Knappheit kommen, wie ein Sprecher sagt.

Auch die Basler Modekette Tally Weijl sorgt sich um ihr Angebot. Denn das Unternehmen bezieht 10 bis 15 Prozent seiner Kollektion aus China. Weil auf andere Lieferanten ausserhalb von China zurückgegriffen werden muss, rechnet das Modehaus mit höheren Einkaufspreisen. Das wiederum wird dazuführen, dass die Kleider im Laden wohl ab Herbst teurer werden könnten.

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