27.05.2018 16:11

Treibhausgas

Gibt es bald nur noch minderwertigen Reis?

Reis gilt als gesunde Sättigungsbeilage. Die Frage ist nur, wie lange noch. Laut Forschern droht der Nährstoffgehalt des Getreides messbar zu sinken.

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Reis ist für mehr als zwei Milliarden Menschen eines der Grundnahrungsmittel. Doch in Zukunft könnte sein Nährstoffgehalt deutlich sinken – wegen der steigenden Kohlendioxidwerte in der Luft, wie Forscher um Chunwu Zhu von der Chinesische Akademie der Wissenschaften berichten.

Reis ist für mehr als zwei Milliarden Menschen eines der Grundnahrungsmittel. Doch in Zukunft könnte sein Nährstoffgehalt deutlich sinken – wegen der steigenden Kohlendioxidwerte in der Luft, wie Forscher um Chunwu Zhu von der Chinesische Akademie der Wissenschaften berichten.

PD
Für die Studie haben die Forscher Versuchsfelder mit 18 verschiedenen Reissorten angelegt und begasten die Pflanzen darauf kontrolliert mit CO2-Konzentrationen von rund 570 ppm. Am Schluss analysierten sie den Gehalt verschiedener Nährstoffe, Spurenelemente und von Proteinen.

Für die Studie haben die Forscher Versuchsfelder mit 18 verschiedenen Reissorten angelegt und begasten die Pflanzen darauf kontrolliert mit CO2-Konzentrationen von rund 570 ppm. Am Schluss analysierten sie den Gehalt verschiedener Nährstoffe, Spurenelemente und von Proteinen.

University of Washington
Resultat: Mit den steigenden CO2-Werten sinkt der Nährstoffgehalt in den Körnern deutlich.

Resultat: Mit den steigenden CO2-Werten sinkt der Nährstoffgehalt in den Körnern deutlich.

University of Washington

Kohlendioxid (CO2) wirkt nicht nur auf den Menschen, sondern lässt auch Pflanzen nicht kalt. Das Treibhausgas (siehe Box) sorgt beispielsweise dafür, dass sie mehr Photosynthese betreiben und darum schneller wachsen.

Die schnelle Entwicklung ist grundsätzlich nicht verkehrt, hat aber Schattenseiten, wie Forscher um Chunwu Zhu von der Chinesische Akademie der Wissenschaften am Beispiel von Reis zeigen.

Immer mehr CO2 in Pflanzen

Die Wissenschaftler hatten in ihrer im Fachjournal «Science Advances» erschienen Studie untersucht, ob und wie das Getreide auf einen plötzlichen Kohlendioxid-Anstieg in der Luft reagiert.

Die Frage ist aktuell: Schliesslich lassen Klimawandel und Treibhausgasemissionen die CO2-Werte stetig anwachsen. Und das nicht nur in der Atmosphäre, sondern auch in den Pflanzen auf der Erde, wie Wissenschaft.de berichtet. Studien hätten gezeigt, dass die Fauna durch diesen Effekt schon heute rund 30 Prozent mehr CO2 aufnimmt als noch vor 200 Jahren.

CO2-Werte wie in 80 Jahren

Für die Arbeit legten die Forscher in China und Japan Versuchsfelder mit 18 verschiedenen Reissorten an und begasten die Pflanzen kontrolliert mit CO2-Konzentrationen von rund 570 ppm (parts per million). Das entspricht den Werten, wie sie Ende dieses Jahrhunderts in der Atmosphäre erreicht werden könnten.

Am Schluss analysierten Zhu und seine Kollegen den Gehalt verschiedener Nährstoffe, Spurenelemente und von Proteinen.

Deutliche Veränderungen

Das Ergebnis: Mit den steigenden CO2-Werten sinkt der Nährstoffgehalt in den Körnern deutlich. Die Konzentration von Proteinen nahm durchschnittlich um 10 Prozent ab, die von Eisen um 8 Prozent und die von Zink um 5 Prozent.

Am stärksten reduzierte sich jedoch der Gehalt der B-Vitamine. So nahm die Konzentration von Vitamin B1, B2 und B5 im Schnitt zwischen 12 und 17 Prozent ab. Beim Vitamin B9 sanken die Werte um stattliche 30 Prozent.

Anders sah es bei der Kalzium- und Vitamin-B6-Konzentrationen aus. Sie blieben mehr oder weniger gleich hoch. Der Gehalt an Vitamin E stieg bei den meisten der getesteten Sorten sogar leicht an.

Schlimme Folgen für den Menschen

Aufgrund der Resultate befürchten die Forscher, dass die Zunahme an Kohlendioxid in der Luft schwerwiegende Folgen haben wird – vor allem für die Menschen in Asien.

«Reis ist für viele Populationen in Asien seit Jahrtausenden ein Grundnahrungsmittel und nimmt in Afrika rasant an Bedeutung zu», erklärt Zhus-Co-Autorin Kristie Ebi von der University of Washington. Reduziere sich in den nächsten Jahren dessen Nährstoffgehalt, könnte das die Gesundheit von Millionen Menschen in Mitleidenschaft ziehen.

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Arsen ist ein tödliches Gift. Kommen wir mit grösseren Mengen an Arsen in Kontakt, kann das für den Körper gravierend sein. Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten sowie Entwicklungsstörungen werden damit in Verbindung gebracht.

Arsen ist ein tödliches Gift. Kommen wir mit grösseren Mengen an Arsen in Kontakt, kann das für den Körper gravierend sein. Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten sowie Entwicklungsstörungen werden damit in Verbindung gebracht.

Gerade Reis hat die Eigenschaft, das Arsen stärker als andere Getreidesorten aufzunehmen. Doch Experimente zeigen, dass das Arsen im Reis stark reduziert werden kann, wenn er richtig gekocht wird.

Gerade Reis hat die Eigenschaft, das Arsen stärker als andere Getreidesorten aufzunehmen. Doch Experimente zeigen, dass das Arsen im Reis stark reduziert werden kann, wenn er richtig gekocht wird.

Peerasith Chaisanit
Professor Andy Meharg von der Queens University Belfast hat Reis auf drei verschiedene Arten gekocht und anschliessend analysiert, wie viel Arsen noch darin steckte.

Professor Andy Meharg von der Queens University Belfast hat Reis auf drei verschiedene Arten gekocht und anschliessend analysiert, wie viel Arsen noch darin steckte.

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CO2 und das Klima

Kohlendioxid ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Kohlenstoffzyklus und als natürlicher Bestandteil der Luft ein wichtiges Treibhausgas in der Erdatmosphäre: Durch menschliche Aktivitäten, allen voran die Verbrennung fossiler Energieträger, stieg der Anteil in der Erdatmosphäre von etwa 280 ppm zu Beginn der Industrialisierung auf rund 400 ppm im Jahr 2015 an, Tendenz weiter steigend. Das hat Folgen fürs Klima, denn der Anstieg bewirkt eine Verstärkung des Treibhauseffektes, der wiederum Ursache für die globale Erwärmung ist.

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