Eltern melden sich bei Facebook zu Wort: Gibt es doch noch keine Anklage im Fall Maddie McCann?
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Eltern melden sich bei Facebook zu WortGibt es doch noch keine Anklage im Fall Maddie McCann?

Die Corona-Pandemie hat die Aufklärung im Fall Madeleine McCann erschwert. Doch die Eltern des vermissten Mädchens haben nicht aufgehört zu hoffen, ihre Tochter zu finden.

von
Lea Gnos
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Im Fall der vor mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie ist nach Aussage der Ermittler noch völlig offen, ob es 2021 eine Anklage gegen den Mordverdächtigen geben wird. 
Im Fall der vor mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie ist nach Aussage der Ermittler noch völlig offen, ob es 2021 eine Anklage gegen den Mordverdächtigen geben wird. Youtube
Der 43-jährige Deutsche Christian B. gilt als Hauptverdächtiger im Fall Maddie.
Der 43-jährige Deutsche Christian B. gilt als Hauptverdächtiger im Fall Maddie.Screenshot
Ein Bagger zieht einen Container zum Abtransport nach Grabungen in einer Kleingartenanlage in der Region Hannover. Ermittler wollen Maddies Schicksal klären. 

Ein Bagger zieht einen Container zum Abtransport nach Grabungen in einer Kleingartenanlage in der Region Hannover. Ermittler wollen Maddies Schicksal klären.

Julian Stratenschulte/dpa

Darum gehts

  • Die Corona-Pandemie hat die Ermittlungen im Fall Maddie verlangsamt.

  • Kate und Gerry McCann melden sich bei Facebook zu Wort.

  • Ermittler versuchen Beweise gegen den Hauptverdächtigen zu sammeln.

Kate und Gerry McCann melden sich mit Neujahrsgrüssen zu Wort. Die Eltern der 2007 verschwundenen Maddie (damals 3) sagen, die Suche nach ihrer Tochter sei 2020 wegen der Corona-Pandemie erschwert worden. Doch die Hoffnung geben die McCanns nicht auf: «Energie und Entschlossenheit, Madeleine zu finden und die Wahrheit zu enthüllen bleiben unerschütterlich», schreiben sie auf Facebook.

Seit Juni ist bekannt, dass es einen neuen Hauptverdächtigen im Fall Maddie gibt. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass der Deutsche Christian B. (44) Maddie entführt und getötet hat. Er sitzt zurzeit eine Haftstrafe wegen einer Vergewaltigung in einem anderen Fall ab. Doch die Beweise reichen offenbar noch nicht aus, um Christian B. wegen Mordes an Maddie anzuklagen.

Zeugenbefragung wegen Reisebeschränkung schwierig

Wegen eines Zeugenaufrufs im Sommer laufen mittlerweile insgesamt vier Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten wegen verschiedener Sexual- und Gewaltstraftaten, wie Staatsanwalt Hans Christian Wolters mitteilt.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. In Hannover wurde letztes Jahr ein Kleingarten durchsucht, in Portugal mehrere Brunnen.

Nach Aussage der Ermittler ist es noch völlig offen, ob es 2021 eine Anklage gegen Christian B. im Fall Maddie geben wird. Dafür müssten Zeugen vernommen werden, vermutlich auch im Ausland. Das ist wegen der geltenden Reisebeschränkungen derzeit schwierig.

Laut der «Bild-Zeitung» sei es allerdings möglich, dass B. in diesem Jahr für weitere Verbrechen angeklagt wird, die im Laufe der Maddie-Ermittlungen bekannt geworden sind.

Die Eltern von Maddie schreiben in ihrem Post: «Das Jahr 2020 war ohne Zweifel für viele Menschen mit viel Verlust, Sorgen und Isolation verbunden. Unsere Gedanken sind bei allen, die in diesem Jahr leiden mussten. Hoffentlich wird das Jahr 2021 besser.»

Wer ist Christian B.?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit 2020 wegen Mordverdachts gegen den 43 Jahre alten Deutschen Christian B. Der Mann, der wegen einer anderen Straftat in Zusammenhang mit Drogen inhaftiert ist, steht im Verdacht, die damals Dreijährige am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage des Algarve-Badeortes Praia da Luz entführt zu haben.

Bei den Ermittlungen hat die portugiesische Polizei in den vergangenen Wochen zahlreiche Bewohner der Region befragt. Letzte Woche hatte die Journalistin Sandra Felgueiras publik gemacht, dass B. 2017 in der Nähe von Praia da Luz verhaftet worden sei, weil er sich vor Kindern entblösst haben solle.

Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass Madeleine McCann tot ist. Die britische Polizei geht hingegen weiter von einem Vermisstenfall aus.

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