Beat Feuz wird bei der Original-Lauberhornabfahrt Zweiter

LauberhornabfahrtFeuz schrammt am Sieg vorbei, Odermatt am Podest

Beat Feuz verpasst den Sieg an der Original-Lauberhornabfahrt nur ganz knapp. Er muss sich dem Österreicher Vincent Kriechmayr geschlagen geben. Marco Odermatt fährt wegen zwei Hundertstel nicht aufs Podest.

von
Dominik Mani
Adrian Hunziker
(Wengen)
Feuz fährt auf das Lauberhorn Podest

Beat Feuz fährt auf das Lauberhorn Podest und wird zweiter hinter Kriechmayr.

Ausgerechnet er, ausgerechnet Vincent Kriechmayr, der Österreicher, der nach seiner Corona-Erkrankung verspätet nach Wengen reisen konnte und deshalb kein richtiges Abfahrtstraining absolvierte. Nur dank einer Sondergenehmigung, die er von der Renn-Jury erhielt, durfte der 30-Jährige am Freitag und am Samstag starten.

«Eine Frechheit», fand Walter Reusser. Gegen einen Sieg Kriechmayrs hatte der Schweizer Alpin-Chef hingegen nichts einzuwenden. «Sollte Kriechmayr gewinnen, freue ich mich für ihn. Schliesslich war er dann der Beste am Berg», sagte er am Freitag. Und genauso kam es am Samstag, Kriechmayr siegte nach 2019 bereits zum zweiten Mal am Lauberhorn. Bereits vor drei Jahren verdrängte er Feuz auf den zweiten Rang – nun also erneut.

Odermatt knapp am Podest vorbei

«Die Fahrt war alles andere als perfekt, heute war es ein Kraftakt», sagte der Emmentaler im SRF. Heute sei keiner perfekt gefahren, das sei schlichtweg nicht möglich nach fünf Tagen Lauberhorn. Aber das sei Jammern auf sehr hohem Niveau, gab Feuz zu. Er freute sich über das Publikum: «Das sind wir nicht mehr gewöhnt seit zwei Jahren.»

Immerhin fuhr mit dem 34-Jährigen auch im dritten Speed-Rennen an diesem Wochenende mindestens ein Schweizer aufs Podest. Die Schweizer hatten bereits am Donnerstag und Freitag überzeugt – allen voran Marco Odermatt. Der 24-Jährige gewann bei seiner Premier am Lauberhorn sogleich den Super-G und raste einen Tag später auf der verkürzten Abfahrt hinter Aleksander Kilde und vor Feuz auf den zweiten Rang. Auf der Originalstrecke verpasste Odermatt das Podest um winzige zwei Hundertstel.

«Der vierte Platz von heute ist die beste Leistung hier. Ich bin sehr, sehr zufrieden», sagte Odermatt. Der marginale Rückstand aufs Podest müsse man gar nicht suchen, die werde man nicht finden.

Das letzte Rennen von Carlo Janka

Hier fährt der Schweizer Ski-Star Carlo Janka sein letztes Rennen im Weltcup. (Video: SRF)

Carlo Janka, der mit der Abfahrt sein letztes Rennen bestritt und damit seine Karriere beendet, stürzte. Glücklicherweise kam der Bündner glimpflich davon und konnte unverletzt ins Ziel fahren. Dort wurde der 35-Jährige vom Schweizer Publikum gefeiert. (hua)

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Samstag, 15.01.2022

Das wars!

Das Lauberhorn 2022 ist Geschichte. Kriechmayr gewinnt, Feuz wird Zweiter.

Das wars von uns! Danke fürs Mitlesen. Wir sehen uns in Kitzbühel.

«Der Kreis schliesst sich perfekt»

«Ich musste auch heute kämpfen», beantwortet Janka schmunzelnd die Frage, ob er heute geniessen konnte. Die Spannung sei heute auch gross gewesen, sei ja immer noch Abfahrtssport, den sie betreiben. Der Kreis schliesse sich

Janka mit Tränen in den Augen: «Ich freue mich auf das, was jetzt kommt, der Skisport hat fast alles dominiert bisher.» Mit der Familie gehe es nahtlos weiter, da sei immer etwas los.

Marc Berthod: «Ein riesengrosser Sportler nimmt heute Abschied, ich gratuliere dir zu deiner grossen Karriere.» Als geduldigen Pokerspieler, der seine Teamkollegen bereits früh mit den neuesten Filmen versorgt hat, beschreibt der SRF-Experte seinen langjährigen Teamkollegen.

«Gefeiert wurde ausgiebig, das hat man nur nicht immer gesehen.» Janka angesprochen auf seine coole und abgeklärte Art. Dass es auf und ab gehe, sei ganz normaler, resümiert er seine erfolgreiche Karriere.

SRF-Kommentator Stefan Hoffmänner: «Einen glaubwürdigeren Coach als Carlo Janka könnte man nicht haben. Der hat alles erlebt und gemeistert.»

«Danke Fans und Medienschaffende für die tolle Zeit. Man sieht sich sicher wieder.» – Mit diesen Worten schliesst Carlo Janka seine grossartige Karriere ab.

«Einen achten Platz am Lauberhorn hätte ich sofort unterschrieben.»

Stefan Rogentin sei sehr zufrieden mit seiner Leistung am Lauberhorn. «Wenn im Ziel eine einstellige Zahl steht, ist das immer etwas sehr Schönes», gibt er im Interview mit SRF an.

Der Sieger im Interview

«Das Rennen ist mir gut geglückt, einen Klassiker zu gewinnen ist schön», beschreibt Kriechmayr seine Gefühlslage. Man müsse ständig pushen, so Kriechmayr. «Die anderen, vor allem Marco Odermatt, wollen sehr schnell fahren, da muss man mithalten.»

Trotz Trainingsrückstand sei er sehr müde, die Vorbereitung sei sehr schwierig gewesen, gibt der Sieger zu Protokoll. «Ich bin sehr dankbar, dass ich starten durfte», fasst er die Causa um seine Person zusammen.

GILLES ROULIN (SUI)

Der zweitletzte Schweizer ist mit knapp drei Sekunden Rückstand im Ziel. Die Punkte sind ihm fast nicht zu nehmen mit seinem 23. Platz.

Odermatt zufrieden mit seiner Leistung

«Der vierte Platz von heute ist die beste Leistung hier. Ich bin sehr, sehr zufrieden.» Der marginale Rückstand aufs Podest müsse man gar nicht suchen, die werde man nicht finden. «Du das wird e strengi Fahrt», Odermatt bemerkt die müden Beine bereits früh im Rennen.

Gegen die steigenden Erwartungen in allen Disziplinen könne er nichts machen, jedoch so gross wie in Adelboden werde der Druck wohl nie mehr sein, so Odermatt gegenüber SRF.

Dominik Paris stösst dazu und gibt zu: «Angst habe ich nicht vor Marco, aber grossen Respekt vor seinen Leistungen.»

Bostjan KLINE (SLO)

Der Slowene ist unzufrieden im Ziel. Mehr als zwei Sekunden Rückstand; Top 20 dürften es trotzdem werden.

Die Amerikaner geniessen das Wetter in Wengen

Jared GOLDBERG (USA)

Seine Teamkollegen im Ziel gönnen sich bereits das Feierabend-Bier, kann er seine Arbeit zuerst noch gut abliefern? Eine wilde Fahrt von Goldberg bringen ihm einen Rückstand von mehr als drei Sekunden.

Steven NYMAN (USA)

Der erfahrene Amerikaner ist auf dem Weg zurück von einer schweren Achillessehnenverletzung. Diesen Rückstand kann er nicht verbergen und handelt sich mehr als vier Sekunden Abstand ein.

Daniel DANKLMAIER (AUT)

Der 28-jährige Österreicher hält sich auf Kurs. Knapp zwei Sekunden Rückstand im Ziel reichen wohl für die Punkte heute.

Mattia CASSE (ITA)

Für den Italiener läuft es heute nicht nach Wunsch, mehr als drei Sekunden langsamer als Kriechmayr absolvierte er die 4,5 Kilometer.

Josef FERSTL (GER)

Platz 33 gestern war eine Enttäuschung für den Deutschen. Heute sieht es nicht viel besser aus, mehr als drei Sekunden Rückstand.

Wir sind auch vor Ort!

Schau dir die Impressionen hier an.

Matteo MARSAGLIA (ITA)

Bereits grosser Rückstand für den Italiener bei der zweiten Zwischenzeit. Einem Sturz nur knapp entgangen reicht es im Ziel nur für den vorletzten Platz.

URS KRYENBUEHL (SUI)

Der Lärmpegel steigt, der nächste Schweizer ist unterwegs. Im oberen Streckenteil ist er bei den Besten dabei. Weiter unten verliert er jedoch viel und handelt sich einen grossen Rückstand von mehr als zweieinhalb Sekunden ein. Ein Resultat, auf dem er aufbauen kann.

Nils ALLEGRE (FRA)

Gestern wurde er 23. Was liegt heute drin beim Franzosen? Keine Überraschung. Im Ziel mehr als zwei Sekunden Rückstand.

Feuz im Interview

«Die Fahrt war alles andere als perfekt, heute war es ein Kraftakt», gibt der zweitplatzierte Beat Feuz im Interview mit SRF an. Heute werde keiner perfekt fahren, das sei schlichtweg nicht möglich nach fünf Tagen Lauberhorn. Aber das sei Jammern auf sehr hohem Niveau, gibt Beat Feuz zu. Er freut sich über das Publikum: «Das sind wir nicht mehr gewöhnt seit zwei Jahren.»

STEFAN ROGENTIN (SUI)

Der zweitletzte Schweizer steht am Start. Mit einer Sekunde Rückstand sieht es nach einer Platzierung unter den schnellsten Zehn aus. 1,36 Rückstand im Ziel und das mit der ungünstigen Startnummer 21. Platz acht.

NIELS HINTERMANN (SUI)

Der fünfte des Abfahrtklassements greift an. Das Publikum feuert Hintermann an, trotzdem fängt er sich mehr als anderthalb Sekunden Rückstand ein. Knapp an den Top Ten vorbei.

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