Aktualisiert 17.07.2014 18:35

Serbisches JungtalentGibt es im Fall Simic doch ein Happy End?

Hoffnung für den FC Basel: Nachdem das Bundesverwaltungsgericht das Jungtalent Veljko Simic gestoppt hat, könnte der Bund jetzt die Bedingungen für eine Bewilligung anpassen.

von
daw

Der FC Basel hat den 19-jährigen Veljko Simic mit einem gutdotierten Fünf-Jahres-Vertrag ausstaffiert. Dennoch verweigerte das Bundesamt für Migration dem Fussballtalent die Aufenthaltsbewilligung. Ende Juni stützte das Bundesverwaltungsgericht den Entscheid: Laut den Richtern fehlt es Simic an der nötigen Wettkampferfahrung, wie sie das Ausländerrecht für eine Bewilligung für Profis aus Drittstaaten verlangt.

Gespräche stehen an

Der offensive Mittelfeldspieler könnte aber doch noch im St.-Jakob-Park auflaufen: Nachdem die Vereine und die Swiss Football League (SFL) verlangt hatten, die Hürden für die Zulassung junger Fussballer aus Drittstaaten zu senken, zeichnet sich offenbar eine Lösung ab. Laut einem Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Mittwoch soll das Bundesamt für Migration bereit sein, die Weisungen anzupassen. Entschieden ist gemäss BFM-Sprecher Martin Reichlin aber noch nichts: «Es hat ein Austausch zwischen der SFL und dem BFM stattgefunden.» Wenn ein Vorschlag der SFL vorliege, werde er geprüft.

Die SFL will nun in den nächsten Tagen erneut das Gespräch mit dem Bund suchen. Heute müssen 18- bis 21-jährige Fussballer für eine Bewilligung drei Jahre aktiv Fussball gespielt haben - davon mindestens ein Jahr in der obersten Liga. Das war bei Simic nicht der Fall: Der Serbe kam in der ersten Mannschaft von Roter Stern Belgrad nur zweimal zum Einsatz, spielte aber regelmässig in der serbischen Junioren-Nationalmannschaft.

Kriterien erweitern

Die SFL will erreichen, dass solche Einsätze in Auswahlen oder in der U-19-Champions-League berücksichtigt werden. SFL-Direktor Claudius Schäfer begründet dies in der «Neuen Luzerner Zeitung» unter anderem damit, dass es in einigen Ländern, insbesondere in Afrika, gar keinen geregelten Meisterschaftsbetrieb gebe. Zudem könnten grosse Talente ein Angebot für die erste Mannschaft ausschlagen, damit nicht hohe Ablösesummen einen späteren Transfer verhindern.

Die Weisungen lehnt aber auch die SFL nicht grundsätzlich ab: «Es geht in keinster Weise darum, dass qualitativ minderwertige Spieler für den schweizerischen Arbeitsmarkt zugelassen werden», sagt Schäfer. Überhaupt gibt es wegen der Weisungen nur höchst selten ein Problem: Zwischen 2008 und 2013 wurden rund 1400 Bewilligungen an Berufssportler aus Drittstaaten erteilt. Nur in fünf Fällen wurde einem Fussballer die Bewilligung verweigert.

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