Turtmann VS: «Wasser gehört der Allgemeinheit und keiner Firma!»

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Turtmann VS«Wasser gehört der Allgemeinheit und keiner Firma!»

Die Rechte an einer der grössten Trinkwasserquellen der Schweiz sollen ins Ausland verkauft werden – das empört die 20-Minuten-Community.

von
Deborah Gonzalez
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Das Quellwasser von «Mühlackern» fliesst durch das Matterhorn. (Symbolbild)

Das Quellwasser von «Mühlackern» fliesst durch das Matterhorn. (Symbolbild)

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Der Inhaber plant laut einem «Blick»-Artikel ein 30-Millionen-Projekt. Das Mineralwasser soll dann mit Matterhorn-Sujet im Ausland verkauft werden, da der Schweizer Markt bereits genügend ausgelastet sei. 

Der Inhaber plant laut einem «Blick»-Artikel ein 30-Millionen-Projekt. Das Mineralwasser soll dann mit Matterhorn-Sujet im Ausland verkauft werden, da der Schweizer Markt bereits genügend ausgelastet sei. 

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Das Angebot eines Walliser Investors komme für den Inhaber nicht infrage, da es tiefer sei als jenes der ausländischen Investoren. 

Das Angebot eines Walliser Investors komme für den Inhaber nicht infrage, da es tiefer sei als jenes der ausländischen Investoren. 

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Darum gehts

  • Eine der grössten Trinkwasserquellen der Schweiz soll ins Ausland verkauft werden. 

  • Der Inhaber der Trinkwasserquelle «Mühlackern» versucht seit Jahren, die Rechte am Wasser zu verkaufen. 

  • Das Angebot eines inländischen Investors kommt für ihn aber nicht infrage.

  • Eine Option: Die Quellen an chinesische Investoren verkaufen.

  • Dass der Inhaber den Verkauf vorantreiben möchte, obwohl Trinkwasserknappheit herrscht, «geht gar nicht», wie Leser und Leserinnen der 20-Minuten-Community finden.

Die Trinkwasserquelle «Mühlackern» gehört zu den grössten Quellen der Schweiz. Bald soll sie ins Ausland verkauft werden, wie der «Blick» schreibt. Die Gemeinde Turtmann-Unterems VS sagt gegenüber der Zeitung, dass sie Kenntnis von verschiedenen Verhandlungen habe. Darunter seien auch chinesische Investoren. Die Bewohnerinnen und Bewohner zeigen sich angesichts der drohenden Dürre wenig begeistert über das Vorhaben. Und genauso geht es auch der 20-Minuten-Community. Unter den über 700 Kommentaren kommen gleich mehrere Ansichten öfter vor: 

Nationales Gut

Die Leserinnen und Leser sind sich einig: Sie sind der Meinung, dass einheimisches Wasser nationales Gut ist. So schreibt Weitsichtler: «Wasser gehört zum Grundrecht und darf nicht verkauft werden! Es gehört der Allgemeinheit und keiner Firma!» Genauso sieht es willowallo, er bringt sogar Beispiele: «Chile, die Anden und ihre ausgetrockneten Flüsse zeigen doch genug, bitte Wasser nicht an ausländische Investoren verkaufen, bitte dafür sorgen, dass einheimische Gewässer als nationales Gut beschützt werden!»

Magellan geht etwas weiter und fragt: «Gibt es eigentlich überhaupt noch so etwas in der Schweiz wie Nationalstolz, Heimatverbundenheit, Heimatschutz, Tradition, kulturelle Identität, Vorsorge für Notzeiten, Überlebenssicherung der Bevölkerung etc... oder nur noch Finanzielle Gier, Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit der eigenen Bevölkerung gegenüber, Korruption und quasi Landesverrat?»

Würdest du die Quelle ins Ausland verkaufen?

Der Staat

Dass Wasserquellen im Privatbereich wiederzufinden sind, ist vielen ein Dorn im Auge.  Hans14 etwa fragt: «Ich frage mich einfach, wie eine Wasserquelle in private Hände fallen kann. Wenn ich aber in meinem Garten Gold oder Ähnliches finde, gehört es dem Staat. Warum reagiert hier unser Staat nicht und sichert sich die wichtige Wasserquelle?»

Auch Eslängt steht dem Thema kritisch gegenüber: «Das hat uns noch gefehlt, Handel mit Quellen. Der Staat sollte solche grossen Quellen besitzen und bewirtschaften, denn Wasser ist ein Gemeingut, also Volksvermögen.» Auch darüber, wessen Verantwortung das sein sollte, sind sich viele Kommentierenden einig: «Der Bund muss jetzt sofort handeln!», sagt etwa T-owl. Auch elldaimo zeigt auf den Bund und fragt: «Wieso kauft es nicht der Bund und macht ein Kulturerbe aus der Quelle?»

Ausland

Dass die Quelle ausgerechnet ins Ausland verkauft werden soll, nennen viele eine «Sauerei». So auch Lardo. Er schreibt: «Diese Quelle darf nicht ins Ausland verkauft werden. Es darf nicht sein, dass Investoren unser Land verkaufen. Dieses Denken um Profit-Optimierung um jeden Preis ist traurig und eine Sauerei.»

Fred-5313 ist folgender Meinung: «Es braucht dringend Gesetze gegen den Ausverkauf der Schweiz. Es kann doch nicht sein, dass man unsere Schweiz stückweise ins Ausland verkaufen kann.» Cribus fragt: «Wollen wir wirklich immer mehr vom Ausland abhängig sein?» Auch Kusifer6666 ist kein Fan von dem Verkauf: «Hier wird gar nichts verkauft! Wasser ist das wichtigste Gut und das hat in der Schweiz zu bleiben! Hört endlich auf mit dem Ausverkauf der Schweiz.»

Uproc steht dem Thema kritisch gegenüber. Er meint: «Hauptsache es gibt kurzfristig viel Geld. Die Schweiz verkauft alles. In der Covid-Zeit hat man gemerkt, wie wichtig und wertvoll es ist, selbständig und nicht auf andere angewiesen zu sein. Wir lernen wohl nichts daraus und der Ausverkauf von Know-How, Industrien und jetzt vielleicht noch Wasser geht weiter. Tolle Aussichten.»

Zukunft

Viele Kommentierenden sprechen aber auch über die Zukunft und was ein solcher Verkauf bedeuten könnte. So schreibt m0r4x: «Mit Wasser ist nicht zu spassen, vor allem in der Zukunft nicht, wenn es aufgrund einer Klimaerwärmung wohl eher trockener wird (weniger Wasserspeicher wie Gletscher usw). Aber am Ende siegt ja immer die Profitsucht – den Preis dafür zahlen wir dann später.»

Genauso sieht es tiedo: «Wir werden eines Tages extrem auf solche Quellen angewiesen sein! Die Grundwasserflüsse und Grundwasserseen gehen rapide zurück, Quellen sind immer mehr verunreinigt ... woher sollen wir dann noch Wasser trinken?»

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