Hirscher-Unfall : Gibt es überhaupt sichere Kamera-Drohnen?
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Hirscher-Unfall Gibt es überhaupt sichere Kamera-Drohnen?

Eine Drohne knallt hinter Marcel Hirscher beim Ski-Weltcup auf die Piste. Eine sicherere Lösung könnte eine Schweizer Erfindung sein.

von
num
Skye bei einem Anlass an der Uni Zürich.

Skye bei einem Anlass an der Uni Zürich.

Kein Anbieter/skye.aero

Im zweiten Slalom-Lauf von Madonna di Campiglio fällt unmittelbar hinter Marcel Hirscher eine Kamera-Drohne auf die Strecke und zerschellt in ihre Einzelteile – sie verfehlt den Skistar nur knapp. FIS-Renndirektor Markus Waldner kündigte bereits an, dass wohl nie mehr Drohnen ein Rennen begleiten werden.

Dabei gäbe es sichere Varianten, um Sportanlässe mittels Kameras von oben zu verfolgen. Daniel Meier, Abgänger der ETH Zürich, hat mit zwei seiner Kollegen ein ganz spezielles Fluggerät erfunden: Skye, die Kamera-Drohne, die gefahrlos über Menschenmengen eingesetzt werden könne.

Feuerfeste Hülle

Die feuerfeste Hülle wird mit Helium aufgeblasen, so dass sie in der Luft schwebt, ohne Zutun aber langsam absinken würde. Vier Motoren rings um die Kugel sorgen dafür, dass der Ballon in die richtige Richtung gelenkt wird. Meier: «Wir haben ein Programm entwickelt, das die Motoren aufeinander abstimmt.»

Der Steuermann gibt die Richtung vor, das Programm berechnet danach selbstständig, wie die akkubetriebenen Propeller eingesetzt werden müssen, um Skye in die gewünschte Richtung zu lenken. Zwei Stunden lang kann die Drohne so über einem Event schweben und Bilder liefern.

An der drei Meter grossen Kugel sei eine Kamera befestigt, die einen HD-Livestream liefere, sagt Meier. Skye ist zwar fertig entwickelt, wurde allerdings vor allem im Innern von Gebäuden und nicht draussen eingesetzt. Könnte sie ein Skirennen filmen? Meier sagt: «Die Geschwindigkeit der Rennfahrer wäre tatsächlich eine Herausforderung, aber für eher statische Bilder wäre sie eine sichere Lösung.» Skye erreiche rund 20 km/h.

Kein Finger im Propeller

Bisher existiert die Drohne nur in Kugelform, andere Figuren seien aber kein Hindernis, so Meier. «Alles, was man aufblasen kann, ist möglich.» Viel kleiner könne die Kugel allerdings nicht werden, da sonst nicht genügend Auftrieb vorhanden sei. «Sollte das Fluggerät aber schneller gemacht werden, kann ich mir als Form zum Beispiel einen Regentropfen vorstellen.» Eine Bewilligung vom Bundesamt für Zivilluftfahrt für Ausseneinsätze will das Team im nächsten Jahr einholen.

Skye sei absolut sicher, um sie über Menschenmengen fliegen zu lassen. Die Hülle sei feuerfest, und wenn sie über den Köpfen schwebe, könne man sie gefahrlos anfassen. Daniel Meier: «Man kann nicht mal mit den Fingern in die Propeller gelangen, da diese mit Gittern geschützt sind.»

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