240 Kilometer am Ziel vorbei: «Gibts denn Extra-Meilen?»
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240 Kilometer am Ziel vorbei«Gibts denn Extra-Meilen?»

Auch Tage nach dem Irrflug einer US-Passagiermaschine mit 149 Menschen an Bord bleibt das Rätsel ungelöst. Die Passagiere stellen abstruse Forderungen und die Piloten hüllen sich in Schweigen – was nun zu den schrägsten Gerüchten führt.

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Warum fliegt eine US-Passagiermaschine mit 149 Menschen an Bord 240 Kilometer über ihren Zielflughafen Minneapolis hinaus? Diese Frage stellt sich ganz Amerika. Doch darauf erhielt bislang niemand eine Antwort. «Es macht einfach keinen Sinn», sagte Bill Voss, Präsident der «Flight Safety Foundation», kurz nach dem Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur AP. «Die Piloten behaupten, sie seien in eine hitzige Diskussion verwickelt gewesen. Tja, das war ein ziemlich langes Gespräch», weist er deren Begründung als unglaubwürdig zurück.

Gegenüber den Behörden wollte Richard Cole, einer der beiden Piloten, den wahren Grund nicht nennen, beteuerte aber, es sei alles harmlos gewesen. «Wir sind nicht eingeschlafen und wir haben nicht gekämpft», ist alles, was er sagt. Doch dass der Stimmrekorder nur die letzten 30 Minuten der Cockpitgespräche vor der Landung gespeichert hat, als die Piloten ihren Fehler längst bemerkt hatten, lässt nun US-Medien auf die wildesten Spekulationen kommen: Laut «InjuryBoard.com» sollen sich die beiden Piloten einem intimen Schäferstündchen hingegeben haben.

Passagiere reagierten unterschiedlich

Inzwischen melden sich die Passagiere zu Wort. Ihre Reaktionen variieren von Wut bis Empörung. Einzelne haben die Fluggesellschaft sogar gebeten, ihnen die extra geflogenen Meilen ihrem Sammelprogramm gutzuschreiben.

Sogar das Weisse Haus war über den rätselhaften Irrflug informiert. Ranghohe Mitarbeiter seien vom Lagezentrum alarmiert worden und hätten den Zwischenfall verfolgt, sagte Sprecher Nick Shapiro. Ob auch Präsident Barack Obama auf dem Laufenden war, wollte er nicht sagen.

Der Airbus der Fluggesellschaft Northwestern Airlines hätte am Mittwochabend in Minneapolis landen sollen. Doch die Maschine flog einfach weiter, und die Piloten reagierten mehr als eine Stunde lang nicht auf Funksprüche der Bodenkontrolle. Es war befürchtet worden, der Airbus sei entführt worden. Schliesslich kam der Kontakt wieder zustande, die Piloten kehrten um und landeten mit erheblicher Verspätung am Zielflughafen.

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