Aktualisiert 05.09.2006 19:43

Gibts dieses Jahr die letzten Schweizer Essiggurken?

In der Ostschweiz gab es einst über 300 Essiggurkenbauern. Heute denkt der letzte grosse Produzent ans Aufgeben. Dann kämen unsere Essiggurken nur noch aus dem Ausland.

Insgesamt werden in der Schweiz pro Jahr rund 6500 Tonnen Essiggurken gegessen. Davon stammen heute nur noch rund 200 Tonnen aus Schweizer Produktion. Der Rest kommt aus dem Ausland: Deutschland, Rumänien und die Türkei beliefern die beiden Abfüller Chirat und Reitzel in der Westschweiz.

«Die Ostschweiz war einst Mekka der Essiggurkenbauern», sagt Hansueli Mannale, Präsident der IG Essiggurken Schweiz. Doch heute sei der Anbau zu zeitintensiv und für die meisten zu kost-spielig. Darum sei die Schweizer Essiggurke akut bedroht, so Mannale.

Auch der letzte grosse Schweizer Essiggurkenbauer, Herbert Heer aus Märstetten, der auf seinen zwei Hektar pro Jahr rund 80 Tonnen Gürkli produziert, denkt ans Aufhören: «Aufwand und Ertrag decken sich schon seit zwei Jahren nicht mehr richtig», sagt Heer.

Die Rettung wäre ein Schweizer Gurkenlabel, das dank Qualität höhere Renditen erlauben würde, so Heer. Doch jahrelange Verhandlungen hätten gezeigt, dass Abfüller und Grossverteiler daran kein Interesse haben, sagt Mannale von der Essiggurken-IG.

Tobias Bolzern

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