«Omega-Lage» – Gibts einen Jahrhundertsommer wie 2003?

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«Omega-Lage»Gibts einen Jahrhundertsommer wie 2003?

Grund für das aktuell schöne Wetter ist ein Hochdruckgebiet, das die Schweiz umschliesst. Wolken und Regen haben dabei keine Chance. Ein Ende ist nicht in Sicht. 

von
Patrick McEvily
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Egal, ob in den Bergen oder im Flachland: In den vergangenen Tagen und Wochen schien in der ganzen Schweiz tagelang die Sonne.

Egal, ob in den Bergen oder im Flachland: In den vergangenen Tagen und Wochen schien in der ganzen Schweiz tagelang die Sonne.

20min/Community
Zurzeit ist kein Ende des schönen Wetters in Sicht.

Zurzeit ist kein Ende des schönen Wetters in Sicht.

Martin Graf
Auch in den kommenden Wochen dürfte es höchstens für einige Schleierwolken reichen. 

Auch in den kommenden Wochen dürfte es höchstens für einige Schleierwolken reichen. 

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

Seit mehreren Wochen herrscht in der Schweiz prächtiges Wetter mit viel Sonnenschein. Gleichzeitig liegen die letzten Niederschläge vielerorts mindestens so lange zurück. Grund für die Bedingungen ist eine aktuelle Grosswetterlage. Ein Hoch überzieht derzeit weite Teile Mitteleuropas.

Wie Michael Eichmann von Meteonews gegenüber 20 Minuten erklärt, handelt es sich dabei um eine sogenannte «Omega-Lage» – dies wegen der Form des Hochs, das wie der griechische Buchstabe aussieht. Zurzeit reicht es von Spanien über die französische Mittelmeerküste, hoch nach Skandinavien und dann von dort über Osteuropa bis hinunter in die griechischen Inseln. Zwischen den beiden Seiten dieses «Vorhangs» liegt die Schweiz.

«Dieses Hoch lässt die Wolken quasi abprallen», erklärt Michael Eichmann. In der Türkei und Teilen Griechenlands hingegen ist es zurzeit äusserst ungemütlich. Auf beliebten Ferieninseln gab es Schnee, an vielen Orten regnet es.

Auch im Westen, in Spanien, ist es zurzeit feucht und kühl. Gemäss dem Experten sieht es derzeit nicht nach einer Entspannung in der Grosswetterlage aus. Die aktuelle Lage sei nicht untypisch und könne länger anhalten – bis zu drei Wochen seien in solchen Situationen keine Seltenheit. «Es ist eine zerfahrene Lage, die nicht abreisst.» 2003 führte eine ähnliche Situation zu einem der heissesten Sommer aller Zeiten.

«Optimale Anbauverhältnisse» und Hunderte Stunden Sonnenschein

Bereits seit längerem halten die Trockenheit und der viele Sonnenschein im Süden des Landes an. Im Tessin herrschen bereits seit Ende Jahr aussergewöhnliche Verhältnisse. Rund um den Lago Maggiore wütete im Januar gar ein breitflächiger Waldbrand. Der Föhn sorgte in diesen Gebieten dafür, dass die verbleibende Feuchtigkeit weggetragen wurde und die Böden zunehmend austrockneten.

Im Norden hat der ausbleibende Niederschlag bislang noch keine solche Auswirkungen gehabt – ganz im Gegenteil. Eine Sprecherin des Bauernverbandes erklärt gegenüber 20 Minuten: «Momentan herrschen dank trockenen Bedingungen und Taus am Morgen optimale Verhältnisse zum Ansäen.» Gemäss Michael Eichmann von Meteonews könnten in den kommenden Wochen aber auch im Norden die Verhältnisse angespannter werden.

Wer gern viel Zeit draussen verbringt, wird auf jeden Fall auch in den kommenden Tagen auf seine Rechnung kommen. «Es wird höchstens ein paar Schleierwolken geben – Regen wird da nicht dabei sein», sagt Eichmann. Und auch die Temperaturen werden steigen. Bis zu 17 Grad «und mehr» liegen gemäss dem Experten nächste Woche drin. Der diesjährige März dürfte die üblichen 139 Sonnenstunden, die beispielsweise in Zürich gemessen werden,  deutlich übertreffen.

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