Aktualisiert 19.03.2020 20:40

Super League in Not

Gibts keine Hilfe, kommt's zum Massenkonkurs

In der Coronakrise kämpfen die meisten Schweizer Fussballclubs ums Überleben.

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pmb/fra/fdr/dwu
Christian Constantin entliess einen Teil seiner Mannschaft.

Christian Constantin entliess einen Teil seiner Mannschaft.

Keystone/Salvatore di Nolfi

Die Einnahmen stehen momentan auf null, die Kosten aber bleiben. Auch die Schweizer Profifussballclubs sind zu Zeiten der Coronakrise in einer Ausnahmesituation, in der grosse finanzielle Einbussen drohen.

Sions Präsident Christian Constantin hat als erster Kurzarbeit beantragt. Am Dienstag fragte «CC» Spieler, Trainer und andere Clubangestellte, wer mit den Bedingungen der Kurzarbeit einverstanden wäre. Diese beinhalten unter anderem einen maximalen Lohn von höchstens 12'350 Franken im Monat.

Wer nicht antwortet oder sich nicht dazu bereit erklärt, erhält vom Chef die fristlose Kündigung. Bei den Entlassenen soll es sich um Spieler wie Pajtim Kasami, Alex Song, Seydou Doumbia, Ermir Lenjani oder Xavier Kouassi handeln.

Der exzentrische Präsident greift einmal mehr rigoros durch. Wie rechtskräftig die Kündigungen sind, ist zumindest fraglich.

Hoffnung liegt beim Seco

Am Freitag dürfte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco eine Gesetzesänderung bekannt geben, dank der auch Fussballprofis zur Kurzarbeit angemeldet werden dürfen.

Es ist der Moment, auf den die Vereine seit dem Ausbruch der ­Corona-Krise gewartet haben. Christoph Spycher, Sportchef bei YB, sagt: «Wenn es keine Hilfe durch den Staat gibt, kommt es zu einem Massensterben unter den Schweizer Profivereinen.»

Die Clubs der Super League ­geben im Schnitt 67 Prozent ihrer Einnahmen für Lohnzahlungen aus. Ausser Basel und YB kann es sich kaum einer von ihnen leisten, ­seine Mitarbeiter bis in den ­Sommer zu bezahlen, wenn die Einnahmen wie jetzt bei null ­liegen. Und selbst die beiden ­Ligagrössen haben bereits für ihre Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle Kurzarbeit beantragt.

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