Aktualisiert 17.03.2009 07:28

US-Senator

Gierige Banker: Zurücktreten oder Selbstmord

In den USA wächst die Empörung über Bonuszahlungen für Manager maroder Finanzkonzerne. Der republikanische Senator Charles Grassley empfiehlt den Abzockern das «japanische Modell»: Rücktritt oder Suizid. Auch Barack Obama kritisierte gierige Manager.

Grassley erklärte, er würde sich besser fühlen, wenn die Manager «dem japanischen Beispiel folgen ... und dann eines von zwei Dingen tun: zurücktreten oder Selbstmord begehen», sagte der Senator am Montag in einem Interview des Radiosenders WMT in Cedar Rapids, Iowa. Grassleys Sprecher Casey Mills erklärte anschliessend, der Senator fordere nicht, dass sich die AIG-Manager das Leben nehmen sollten. Er habe nur deutlich machen wollen, dass es unverantwortlich sei, erst Steuermittel anzunehmen und das Geld dann für Reisen und Bonuszahlungen auszugeben.

Obama kritisiert Gier

«Hier geht es nicht nur um Dollars und Cents, sondern um unsere grundlegenden Werte», sagte Präsident Barack Obama am Montag in Washington. Während der amerikanische Steuerzahler die Rettung des Unternehmens durch den Staat finanziere, gönne sich die Geschäftsleitung Bonus-Zahlungen von 165 Millionen Dollar.

Obama sagte, er habe Finanzminister Timothy Geithner angewiesen, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um die Milliarden-Zahlungen zu stoppen. Die US-Regierung hat dem Finanzkonzern seit September mehr als 170 Milliarden Dollar überwiesen, um dessen Konkurs zu verhindern. Dabei beteiligte sich der Staat mit mittlerweile 80 Prozent an dem Unternehmen.

Das Weisse Haus ist offenbar besorgt, dass die Verärgerung der Öffentlichkeit über die Bonusaffäre bei AIG der Regierung schadet. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab am Montag, dass die Zustimmung zu Obamas Amtsführung von 64 Prozent im Februar auf 59 Prozent im März zurückgegangen ist. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.