Hundehasser im Aargau: «Gift wirkte extrem schnell – ich konnte nichts tun»
Aktualisiert

Hundehasser im Aargau«Gift wirkte extrem schnell – ich konnte nichts tun»

Hündin Haily starb qualvoll, weil sie einen Giftköder frass: Die Besitzerin möchte, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird und erstattet deshalb Anzeige.

von
mon
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Die 3-jährige Lagotto-Hündin Haily starb qualvoll, weil sie einen Giftköder frass.

Die 3-jährige Lagotto-Hündin Haily starb qualvoll, weil sie einen Giftköder frass.

zvg
In der Nähe des Schwimmbades in Windisch AG waren die Giftköder ausgelegt.

In der Nähe des Schwimmbades in Windisch AG waren die Giftköder ausgelegt.

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«Meine Haily starb innerhalb weniger Minuten», sagt Sandra Valetti. Ihre 3-jährige Lagotto-Hündin wurde am Montag in Windisch AG Opfer eines Hundehassers, der mit Gift präparierte Käsestücke in der Nähe des Schwimmbades ausgelegt hatte.

Sie sei auf dem Rückweg von einem Spaziergang gewesen: «Haily war frei und lief meistens neben mir. Für einen kurzen Moment lief ich voraus.»

Geschockte Besitzerin

«Ich drehte mich um und rief nach ihr.» Haily sei auch gleich gekommen: «Aber sie torkelte und schäumte aus dem Maul.» Dann sei sie plötzlich zusammengebrochen: «Das Gift wirkte extrem schnell, ich konnte nichts mehr tun», sagt die immer noch geschockte Besitzerin. «Ich rief gleich die Polizei und den Tierarzt an.» Die Polizei sei dann vor Ort gewesen und hätte die Meldung aufgenommen.

Für eine Anzeige braucht es aber noch einen pathologischen Bericht. Deshalb wird Haily nun im Tierspital Zürich obduziert. «Die Tierärztin hat mir aber bereits bestätigt, dass es etwas hochgradig Giftiges gewesen sein muss», sagt Valetti. Sie habe bisher noch nie so einen Fall gehabt, bei dem der Hund innerhalb so kurzer Zeit verendet sei.

«Der Täter soll zur Rechenschaft gezogen werden»

«Auch wenn es unsere Haily nicht zurückbringt: Ich will, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird.» Deshalb werde sie auch Anzeige erstatten. Die ganze Familie sei durch den Vorfall traumatisiert, wie Valetti sagt: «Vor allem für meine Kinder ist das ein schlimmes Erlebnis.»

Die Kantonspolizei Aargau bestätigt den Fall der 3-jährigen Lagotto-Hündin, wie Sprecher Roland Pfister sagt: «Ja, bei uns ist die Meldung eingegangen – die Hundebesitzerin konnte aber noch keine Anzeige erstatten.» Dazu brauche es den Bericht der pathologischen Untersuchung.

«Es ist sehr schwierig, die Täter zu fassen»

«Für die Kantonspolizei Aargau ist es wichtig, dass die Hündeler klare Hinweise haben. Wir können nicht aufgrund von Annahmen ermitteln.» Es sei aber sehr schwierig, den Täter zu fassen: «Das ist nur möglich, wenn wir Hinweise erhalten oder ihn in flagranti erwischen», sagt Pfister.

Auch die Züchterin der Lagotto-Hündin Denise Stalder hat von dem Vorfall mitbekommen: «Es ist so schlimm.» Sie möchte deshalb, dass Hündeler mehr auf das Thema sensibilisiert werden: «Nehmt eure Hunde an frequentierten Orten an die Leine.» Hundehasser begeben sich eher an gut frequentierte Stellen, um die Giftköder auszulegen: «Sie fahren dafür nicht extra tief in den Wald», sagt Stalder.

Der Züchterin sei noch ein weiterer Fall in der Nähe von Windisch bekannt: «Diesen kann ich aber nicht bestätigen, da keine Anzeige bei der Polizei eingegangen ist.» Deshalb rät sie allen Betroffenen, Anzeige zu erstatten: «Nur so besteht die Chance, den Täter zu schnappen.»

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