Aktualisiert 17.04.2012 19:08

Afghanistan Giftanschlag auf Schülerinnen

150 Mädchen einer afghanischen Schule mussten wegen Kopfschmerzen und Übelkeit behandelt werden. Ihr Trinkwasser wurde offenbar vergiftet.

Extremisten haben in Afghanistan nach Behördenangaben rund 150 Mädchen vergiftet. Die Schülerinnen einer weiterführenden Schule litten unter Kopfschmerzen und Übelkeit, nachdem sie kontaminiertes Wasser getrunken hätten.

Das sagte ein Sprecher der Schulbehörde der nördlichen Takhar- Provinz am Dienstag. Einige befänden sich in einem kritischem Zustand.

«Wir sind 100-prozentig sicher, dass das Wasser, das sie in ihren Klassenzimmern getrunken haben, vergiftet war», sagte Sprecher Dschan Mohammed Nabisada.

«Schulmädchen wurden absichtlich vergiftet»

Er machte Gegner von Mädchenschulen für die Tat verantwortlich. Die Behörden gehen von einem vorsätzlichen Anschlag aus, da die Wassertanks, aus denen die Krüge für die Klassenzimmer befüllt werden, kein Gift aufwiesen. «Das ist keine natürliche Krankheit», sagte der Chef der Gesundheitsbehörde der Provinz, Haffisullah Safi. «Die Schulmädchen wurden absichtlich vergiftet.»

Radikale Islamisten greifen in Afghanistan regelmässig Mädchen, Lehrer und Schulgebäude an. Unter der Herrschaft der Taliban zwischen 1996 und 2001 war die Bildung von Mädchen und Frauen als unislamisch verboten. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.