Giftfluss bedroht chinesische Millionenmetropole
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Giftfluss bedroht chinesische Millionenmetropole

In China bedroht ein vergifteter Fluss mit einer Krebs erregenden Substanz die Zehn-Millionen-Stadt Baoding. Die giftige Schlacke treibt seit Montag auf dem Wasser, nachdem ein mit 80 Tonnen Kohlenteer beladener Lastwagen in den Fluss gestürzt war.

Dank des Einsatzes von Dämmen und Pumpen sei der Fluss der Schlacke deutlich verlangsamt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Sie war am Sonntagnachmittag noch etwa 52 Kilometer von einem wichtigen Wasserreservoir in der Provinz Hebei entfernt.

An dem langsamen Gewässer bemühten sich am Wochenende rund 10.000 Menschen, die Kohlenteer-Schicht mit Baumwollstoffen oder Strohmatten abzufischen. Eingesetzt wurden Xinhua zufolge auch Dutzende Tonnen Aktivkohle. Rund 100 Bagger und Lastwagen schafften Erde heran, um Dämme in den Fluss zu bauen. Zahlreiche Feuerwehrwagen waren zur Stelle, um das verseuchte Wasser abzupumpen. Infolge der Bemühungen sank der Wasserpegel des Flusses um fast 80 Zentimeter, wie die Verwaltungsbehörden im zuständigen Bezirk Fuping mitteilten.

Tests ergaben nach Angaben der Provinzregierung in Hebei am Sonntagnachmittag (Ortszeit) eine leichte Verbesserung der Wasserqualität. Ausserdem stellte sie fünf Millionen Yuan (495.000 Euro) für die Säuberungsarbeiten zur Verfügung. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao erklärte, die Behörden müssten eine Versorgung der örtlichen Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser sicherstellen.

Die giftige Schlacke treibt seit Montag auf dem Wasser, nachdem ein mit 80 Tonnen Kohlenteer beladener Lastwagen in den Fluss gestürzt war. Die Krebs erregende Substanz droht auch in das Trinkwasser der Zehn-Millionen-Stadt Baoding zu gelangen. Der Giftteppich zog bereits an der Stadt Fuping vorbei, wo rund 50.000 Menschen ihr Trinkwasser aus dem Dasha beziehen. Dort stellten die Behörden die Versorgung aus alternativen Quellen sicher, wie Xinhua berichtete.

14 Tote bei Explosion in Chemiewerk

Bei einer Explosion in einem ostchinesischen Chemiewerk wurden nach amtlichen Angaben 14 Menschen getötet und 30 verletzt. Die Detonation habe eine Werkhalle der Strengstofffabrik der Dun'an-Chemiegruppe in der Provinz Anhui zerstört und ein Feuer ausgelöst, hiess es auf der Web-Seite der Stadt Maanshan, in deren Kreis die Fabrik liegt.

Xinhua berichtete unter Berufung auf die Provinzverwaltung, es sei nicht bekannt, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Explosion am Freitag in der Anlage aufgehalten hätten. Erste Untersuchungen hätten ergeben, dass die Explosion möglicherweise beim Umgang mit Sprengstoff ausgelöst worden sei. Die Anlage wurde aus Sorge vor weiteren Explosionen abgesperrt. Am Donnerstag bei einer Detonation in der Provinz Zhejiang eine Person verletzt worden. Zwei weitere wurden noch vermisst. (dapd)

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