Meeresgetier: Giftige oder miese Muscheln auf dem Teller?
Aktualisiert

MeeresgetierGiftige oder miese Muscheln auf dem Teller?

Sollen Muscheln wirklich nur während Monaten verzehrt werden, die ein «R» aufweisen? Und wie steht es allgemein um die Giftstoffe, die in den Meeresfrüchten enthalten sind? Höchste Zeit herauszufinden, ob etwas an den miesen Muschelgerüchten dran ist.

von
rre

Eines der geläufigsten Regeln für den Verzehr von Muscheln ist, sie nur in Monaten zu verspeisen, die ein «R» enthalten. Weise Wahrheit oder reine Meeres-Mär? Tatsächlich ist es in «R»-losen Monaten wie Mai, Juni, Juli und August in der Regel heisser als sonst. Wie alle Meerestiere sind auch Muscheln nach dem Ernten stets kühl zu lagern, damit sie nicht verderben. Besonders im Sommer kann eine Unterbrechung der Kühlketten schnell zum Verderben der Meeresfrüchte führen.

Wie mies ist die Miesmuschel und ihre Verwandschaft wirklich?

Doch einer Information des Hessischen Landeslabors in Giessen (D) zufolge gibt es einen weiteren Grund dafür, warum beim Verzehr von Muscheln in den besagten Sommermonaten Vorsicht geboten ist. Bis zu 1000 Liter Meereswasser durchlaufen ein einziges Tier täglich. Die Muschel ernährt sich von Plankton, das sie aus dem Wasser filtert und das sich während der warmen Sommermonate - zusammen mit giftigen Algen - stark vermehrt. Giftstoffe, durch die die mit Schwermetallen und Pfanzenschutzmitteln ohnehin kontaminierten Muscheln zusätzlich belastet werden. Die Auswirkung dieser Belastung bekommt der Mensch nach dem Verzehr der Tiere mit Symptomen wie Erbrechen oder Muskelkrämpfen zu spüren. Und das ist längst nicht alles, denn sogar Hepatits-A-Viren wurden schon beim Untersuchen von Muscheln entdeckt.

Glücklicherweise wird diesem Umstand in europäischen Fanggebieten entgegengewirkt: Ihre Aufzuchtstätten verfügen über ausgeklügelte Syteme, die vor einer Ausbreitung giftiger Algen warnen. Des Weiteren lagern die Tiere vor ihrer Auslieferung einige Wochen in Frischwasserbecken, um die zuvor gespeicherten Giftstoffe abzubauen.

Wichtig für die Zubereitung

Wer für sich und seine Liebsten ein feines Muschelgericht zaubern möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass alle Tiere konsequent kühl gelagert wurden und ausschliesslich verschlossene Muscheln verarbeitet werden. Nach dem gründlichen Waschen und Bürsten sollten die Muscheln so lange gegart werden, bis sich die Schalen geöffnet haben. Muscheln, deren Schalen sich bei diesem Vorgang nicht öffnen, sollten nicht verspeist werden.

Deine Meinung