Zollkontrolle: Giftige Schlangen im Schuhkarton

Aktualisiert

ZollkontrolleGiftige Schlangen im Schuhkarton

Die Zollinspektoren am Flughafen Zürich haben im vergangenen Jahr 2598 Strafanzeigen eingereicht. Darunter gegen einen Schlangenliebhaber, der drei lebende Grubenottern illegal einreisen liess und ein Ehepaar, das vier Schmuckstücke im Wert von 3,6 Millionen Dollar in seinen Koffern mitführte.

von
ann

Bussgelder im der Höhe von 627 Millionen Schweizerfranken hat das Zollinspektorat Zürich-Flughafen an die Bundeskasse in Bern abgeliefert. Das sind etwas weniger als im Vorjahr, wo 751 Millionen Schweizer Franken zusammenkamen. Die Gelder stammen aus 2598 Strafverfahren (Vorjahr 3202), die im Rahmen der Zollabfertigung durchgeführt wurden. Die Zollfahnder stiessen bei ihren Kontrollen auch auf ganz erstaunliche illegale Gepäckbeigaben.

So wurde Anfangs September das Gepäck eines Schweizers, der von Kuala Lumpur über Frankfurt in die Schweiz einreiste, routinemässig kontrolliert. Unter den üblichen Reiseutensilien fielen dem Zollmitarbeiter zwei Schuhkartons auf. Nachdem er einen der Schuhkartons öffnete, kam ein Schuhsack zum Vorschein. Als der Zollmitarbeiter nach dem Sack griff, bewegte sich dieser plötzlich: Der Schlangenliebhaber hatte in den zwei Kartons drei lebende, giftige Grubenottern mitgeführt. Die Schlangen wurden dem Grenztierarzt übergeben und der Passagier verzeigt.

Schmuck im Wert von 3,6 Millionen

Ein US-amerikanisches Ehepaar aus New York kommend wollte dem Zoll im März ein Schnippchen schlagen. Es hatte Schmuck, das für die Uhren- und Schmuckmesse in Basel bestimmt war, nicht angemeldet. Doch die Zollinspektoren entdeckten die vier Schmuckstücke im Wert von 3,6 Millionen Schweizerfranken. Den beiden wurde eine hohe Busse auferlegt.

Ein vergesslicher Uhrenliebhaber wurde im Juni erwischt. Der Brite mit Wohnsitz in der Schweiz gab an, nicht mehr daran gedacht zu haben, dass er fünf Uhren mit einem Gesamtwert von 534 000 Schweizerfranken mitführte. Ende April überprüften die Inspekteure einen grossen Karton voller Sportschuhe, der von China über Zürich nach Thessalonika unterwegs war. Bei der Beschau der Nikes kamen den Zollmitarbeitern Zweifel an deren Echtheit. Und tatsächlich: Eine genaue Überprüfung ergab, dass es sich bei den Schuhen um Fälschungen handelte. Die zurückbehaltenen Waren wurden vernichtet und rechtliche Schritte eingeleitet.

Hunde erschnüffeln 7 Kilo Kokain

Eine gute Nase bewiesen die Betäubungsmittelspürhunde Ares und Eyko. Mitte Oktober fanden sie bei der Gepäckkontrolle eines Fluges aus Madrid sieben Kilogramm Kokain. Insgesamt 308 Kilogramm Kokain (Vorjahr 109 Kilogramm) konnten 2009 in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Zürich am Flughafen sichergestellt werden.

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