Grossbritannien im Wahlfieber: Giftiges TV-Gefecht ohne k.o.
Aktualisiert

Grossbritannien im WahlfieberGiftiges TV-Gefecht ohne k.o.

In der zweiten Fernsehdebatte vor der britischen Parlamentswahl konnte keiner der drei Spitzenpolitiker den anderen in die Enge treiben. Sieger blieben aus.

Der Premier Brown (rechts) mit dem Konservativen Cameron (links) und Nick Clegg im TV-Duell.

Der Premier Brown (rechts) mit dem Konservativen Cameron (links) und Nick Clegg im TV-Duell.

Die zweite TV-Debatte der Spitzenkandidaten im britischen Wahlkampf hat in den Augen der Zuschauer keinen klaren Sieger hervorgebracht. Die Elefantenrunde der Chefs der drei grossen Parteien am Donnerstagabend habe gezeigt, dass das Rennen offen bleibe, kommentierten britische Medien.

Während bei der ersten Debatte vor einer Woche überraschend Aussenseiter Nick Clegg von den Liberaldemokraten ins Rampenlicht gerückt war, konnten beim zweiten Anlauf auch Premier Gordon Brown sowie sein grösster Herausforderer, David Cameron von den konservativen Tories, punkten.

Die Umfragen, welcher der drei Spitzenkandidaten für das Amt des Premiers am überzeugendsten wirkte, ergaben kein einheitliches Bild. Bei einer mehrere Umfragen zusammenfassenden Darstellung des Senders Sky News, der die zweite von insgesamt drei Debatten ausgerichtet hatte, lagen Clegg und Cameron mit jeweils 33 Prozent vorne.

Brown von der sozialdemokratischen Labour-Partei folgte mit 27 Prozent. Eine Umfrage für die Zeitung «The Guardian» wiederum sah Clegg mit 33 Prozent an der Spitze. Cameron und Brown erreichten beide jeweils 29 Prozent.

Knappes Rennen

«Wir sind in einem knappen Rennen mit drei Pferden», sagte Nick Robinson, Politik-Experte des Senders BBC. Alle drei Kandidaten hätten sich gut geschlagen, es bleibe also weiterhin spannend. In der zweiten Runde ging es um Aussenpolitik, die dritte in der kommenden Woche stellt Wirtschaftsfragen in den Mittelpunkt.

Anders als bei der ersten Debatte gingen die drei Spitzenpolitiker diesmal deutlich aggressiver aufeinander los. Während Brown in der ersten Runde noch Wert darauf gelegt hatte, Clegg zu umwerben, war er jetzt darauf bedacht, sich von ihm abzugrenzen.

Sowohl die Tories als auch Labour könnten auf eine Zusammenarbeit mit den Liberaldemokraten angewiesen sein, wenn keiner von ihnen bei der Wahl am 6. Mai eine absolute Mehrheit erreicht. Nach dem überraschenden Aufstieg der «LibDems» in den vergangenen Tagen griffen Cameron und Brown den Aufsteiger aber an und versuchten, seinem Image einige Kratzer zu verpassen.

«Ja» zu Afghanistan

Alle drei bekannten sich grundsätzlich zum Einsatz in Afghanistan. Auf die Frage eines Zuschauers, ob Grossbritannien bei Terrorgefahr auch bei neuen internationalen Einsätzen mitwirken werde, antworteten ebenfalls alle drei mit einem grundsätzlichen Ja.

Vor der Debatte hatten Demonstranten vor dem Studio in Bristol lautstark gegen den Krieg protestiert und Brown bei seiner Ankunft ausgebuht. Ein Grossaufgebot an Polizei war zur Sicherheit abgestellt, mehrere Demonstranten wurden festgenommen. Die dritte Fernsehdebatte ist für den kommenden Donnerstag geplant.

(sda)

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