Giftmord: Flugzeug freigegeben
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Giftmord: Flugzeug freigegeben

Die erste von drei Maschinen der British Airways mit Spuren einer radioaktiven Belastung ist nach eingehender Prüfung wieder für den Flugverkehr freigegeben worden.

Für die Passagiere an Bord dieses Flugzeugs mit der Bezeichnung G-BZHA habe keine Gefahr bestanden, teilte die britische Gesundheitsbehörde (HPA) in der Nacht zum Freitag mit.

Die Untersuchungen der zweiten Maschine in London mit der Bezeichnung G-BNWX dauern hingegen noch an. Ein drittes Flugzeug, die G-BNWB, soll am Freitag von Moskau nach London geflogen werden, um dort überprüft zu werden.

Die Ermittlungen stehen in Verbindung mit dem Tod von Alexander Litvinenko am Donnerstag vergangener Woche. Der russische Kreml-Kritiker und frühere Agent wurde mit dem radioaktiven Stoff Polonium-120 vergiftet. Mehrere russische Kontaktpersonen, die Litvinenko vor seiner Erkrankung getroffen hatte, waren von Moskau nach London geflogen. Möglicherweise besteht hier eine Verbindung zum Fund der radioaktiven Substanzen in den Flugzeugen. «Diese jüngsten Entwicklungen verstärken nur unsere Vermutung, dass die russische Regierung oder politische Elemente dahinter stecken», sagte Alex Goldfarb, ein Freund Litvinenkos zur Untersuchung der Flugzeuge.

Bislang wurden Urinproben von 24 Personen untersucht, die im Zuge der Affäre mit Polonium-210 in Kontakt gekommen sein könnten. Der Befund sei in allen Fällen negativ gewesen, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Inzwischen gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass auch die Erkrankung des früheren russischen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar etwas mit dem Fall Litvinenko zu tun haben könnte. Gaidar erkrankte einen Tag nach dem Tod Litvinenkos. Ein Mitarbeiter Gaidars sagte am Donnerstag, der frühere Regierungschef sei ebenfalls vergiftet worden. Gaidar hat sich kritisch über die Geldpolitik des russischen Präsidenten Wladimir Putin geäussert, stand zuletzt aber nicht im Blickfeld der Öffentlichkeit.

An der Autopsie der Leiche Litvinenkos sollen am Freitag in London drei Experten mitwirken, wie der Gerichtsmediziner Andrew Reid mitteilte. Einer von ihnen wird Litvinenkos Witwe Marina vertreten. Die Beisetzung des 43-Jährigen soll bald danach erfolgen. (dapd)

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