Giftmüll: Minister von wütendem Mob verprügelt
Aktualisiert

Giftmüll: Minister von wütendem Mob verprügelt

In der Elfenbeinküste kochen wegen des Giftmüllskandals die Emotionen hoch: Aufgebrachte Demonstranten haben ein ehemaliges Regierungsmitglied zusammengeschlagen. In Abidjan wurden unterdessen 8 weitere Giftmülldeponien entdeckt.

Der vor kurzem zurückgetretene Verkehrsminister Innocent Kobenan Anaky wurde nach Angaben eines Mitarbeiters von der wütenden Menge aus seinem Fahrzeug gezerrt und verprügelt. Das Auto des Ministers sei anschliessend in Brand gesetzt worden, sagte Joel N'Guessan, Vizepräsident von Anakys Partei MFA.

«Die Menschen wollen atmen können», sagte einer der Demonstranten. «Sie haben den Eindruck, dass niemand etwas gegen diese nationale Katastrophe unternimmt.»

Das Ausmass des Giftmüllskandals in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste ist offenbar noch grösser als bislang angenommen. 14 und nicht wie angenommen 6 Deponien in der Hafenstadt Abidjan sind von illegal entsorgtem Giftmüll verseucht.

Sechs Menschen starben nach Angaben des ivorischen Gesundheitsministeriums an den Folgen der Verseuchung. 9.000 Menschen mussten wegen Vergiftungserscheinungen ärztlich behandelt werden.

Der Giftmüll war kürzlich vom örtlichen Vertragspartner eines niederländischen Unternehmens unsachgemäss auf Deponien in Abidjan entsorgt worden. Der Skandal führte in der vorigen Woche zum Rücktritt der Regierung der Elfenbeinküste. Ein UN-Expertenteam untersucht das Ausmass der Katastrophe. (dapd)

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