Aktualisiert 05.06.2018 15:10

BaselGiftmüll unter Spielplatz lässt Umwelt-Amt kalt

In gut fünf Metern Tiefe im Erdreich des Spielplatzes Ackermätteli liegt seit Jahren Chemiemüll. Im Quartier ist die Verunsicherung gross, ob eine Gefährdung der Kinder besteht.

von
sis
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Weil das Amt für Umwelt und Energie (AUE) die chemischen Substanzen im Boden des Spielplatzes Ackermätteli für nicht untersuchungsbedürftig hält, führte Lehrerin Gabriela Horni am Dienstagvormittag eine Demonstration mit rund 60 Schülern der Tagesschule Ackermätteli durch.

Weil das Amt für Umwelt und Energie (AUE) die chemischen Substanzen im Boden des Spielplatzes Ackermätteli für nicht untersuchungsbedürftig hält, führte Lehrerin Gabriela Horni am Dienstagvormittag eine Demonstration mit rund 60 Schülern der Tagesschule Ackermätteli durch.

20 Minuten/sis
«Für einen sauberen Spielplatz» oder «Chemie Stopp» steht in krakeliger Kinderhandschrift auf selbstgestalteten Plakaten geschrieben. «Wir wollen wissen, mit welcher Art von chemischen Substanzen wir es zu tun haben und dafür müssen Bohrungen durchgeführt werden», fordert Horni.

«Für einen sauberen Spielplatz» oder «Chemie Stopp» steht in krakeliger Kinderhandschrift auf selbstgestalteten Plakaten geschrieben. «Wir wollen wissen, mit welcher Art von chemischen Substanzen wir es zu tun haben und dafür müssen Bohrungen durchgeführt werden», fordert Horni.

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Im Zuge der Lindan Offenlegung im Jahr 2013 wurden laut Paul Svobodan vom AUE Bodenproben in Tiefe von 27 Zentimetern entnommen, die eine Akutgefährung der Kinder ausschliesst. «Das hier ist ein sauberer Spielplatz», erklärt er.

Im Zuge der Lindan Offenlegung im Jahr 2013 wurden laut Paul Svobodan vom AUE Bodenproben in Tiefe von 27 Zentimetern entnommen, die eine Akutgefährung der Kinder ausschliesst. «Das hier ist ein sauberer Spielplatz», erklärt er.

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Rund 60 Schüler haben gemeinsam mit Lehrpersonen der Basler Tagesschule Ackermätteli am Dienstagvormittag mit einer lauten und bunten Aktion gegen Chemiemüll unter ihrem Spielplatz protestiert. «Für einen sauberen Spielplatz» oder «Chemie Stopp» fordern in krakeliger Kinderhandschrift selbstgestaltete Plakate. «Wir wollen wissen, mit welcher Art von chemischen Substanzen wir es zu tun haben, und dafür müssen Bohrungen durchgeführt werden», sagt Lehrerin Gabriela Horni.

Bis heute weiss man nicht, was sich an chemischen Rückständen der ehemaligen Chemiefirma Ciba-Geigy aus den Achtzigerjahren im Boden des Spielplatzes befindet. Das Amt für Umwelt und Energie (AUE) verweigerte bislang die vom Verein Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) geforderten Bohrungen. Mit Paul Svoboda, Monika Schweizer und Nicole Schwarz erschienen am Dienstag gleich drei Vertreter des Amts zum Protest. «Das freut uns natürlich sehr, dass das AUE auf unsere Einladung reagiert hat», sagt Horni.

Greenpeace sperrte Spielplatz

«Die Kinder wurden nach einer vorgängigen Aktion hier von Greenpeace neugierig und haben Fragen gestellt», erklärt sie. Ende April hatte die Umweltschutzorganisation den Spielplatz, in Schutzanzügen gekleidet, abgesperrt, um auf die Chemie-Altlasten im Boden aufmerksam zu machen. Da habe man auf die Idee eines Schüler hin diese Aktion veranstaltet. Dabei wurden auch Lieder gesungen. Etwa, passend zum Thema, ein indianisches Lied an die Erde: «Erde, ich fühle dich unter meinen Füssen, und ich höre dein Herz schlagen.»

Beim Amt für Umwelt und Energie hat man für die Forderungen allerdings wenig Gehör. «Die chemischen Substanzen unter dem Spielplatz sind bezogen auf die Altlastenverordnung momentan nicht untersuchungsbedürftig», erklärte Paul Svoboda, Leiter der Abteilung für Gewässerschutz, vor Ort.

Akutgefährdung unwahrscheinlich

Im Zuge der Lindan-Offenlegung im Jahr 2013 wurden laut Svoboda Bodenproben in Tiefe von 27 Zentimetern entnommen, die eine Akutgefährung der Kinder ausschliesst. «Das hier ist ein sauberer Spielplatz», erklärt der Abteilungsleiter. «Die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Spielplatz eine akute Gefährdung besteht, ist klein», räumt auch Martin Forter, Geschäftsleiter der AefU, ein.

Wirklich wissen tue man das aber erst nach entsprechenden Untersuchungen, moniert er und fügt noch hinzu: «Chemiemüll und Kinderspielplatz passen grundsätzlich schlecht zusammen.»

«Das AUE macht seine Arbeit nicht»

Konkret bemängelt Forter, dass das AUE beim Spielplatz Ackermätteli über keine Daten verfüge, weil sie den dortigen Chemiemüll bisher nicht untersucht hätten. Es sei an den falschen Stellen gemessen worden. Zusätzliche Grundwassermessungen sowie die eigentliche Untersuchung der chemikalischen Substanzen seien unbedingt erforderlich. «Das AUE macht hier seine Arbeit nicht», kritisiert Forter.

Dass im Boden voraussichtlich noch nicht-wasserlösliche Belastungen liegen, kann Svoboda zwar bestätigen, aber würden diese momentan kein Problem darstellen. «Erst wenn es zu baulichen Eingriffen kommt, muss gehandelt werden», erklärt er.

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