Eruption: Gigantischer Sonnensturm rast auf die Erde zu
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EruptionGigantischer Sonnensturm rast auf die Erde zu

Eine gewaltige Wolke mit Materie von der Sonne bewegt sich mit hohem Tempo in Richtung unseres Planeten. Noch heute Abend drohen Stromausfälle und Störungen im Flug- und Schiffsverkehr.

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In den frühen Morgenstunden von gestern Dienstag hat sich auf der Sonne der heftigste Sturm (siehe Infografik oben) seit 2006 ereignet. Dieser wurde vom Solar Dynamics Observatory (SDO) der Nasa beobachtet (siehe Video unten). Bei der Eruption hat sich laut dem «Spiegel» eine riesige Partikelwolke freigesetzt, welche sich dann wieder über nahezu die halbe Sonnenoberfläche gelegt hat. Obwohl die Raumfahrtbehörde den Ausbruch lediglich in die mittelschwere Kategorie einstuft, könnte er Auswirkungen bis auf die Erde haben.

Denn nun rast der Partikelsturm durchs All. Auch auf unseren Planeten jagt er zu, mit 1400 Kilometern pro Sekunde. Trotz der hohen Geschwindigkeit von immerhin über fünf Millionen Stundenkilometern erreichen die Partikel uns erst heute Abend. Experten rechnen damit, dass der Spuk nach 24 Stunden vorbei sein sollte.

Besonders anfällig für die Störungen sind laut der «Welt» Telekommunikationssatelliten und Satelliten für das Navigationssystem GPS, welche in 20 000 Kilometer Höhe um die Erde kreisen. Von diesen Satelliten ist die moderne Luft- und Schifffahrt weitgehend abhängig.

Störende Polarlichter

Vor rund einem Jahr, am 1. August 2010, fand eine Sonneneruption statt, die sich auf der Erde in Form von Polarlichtern auswirkte. Deshalb rechnen die Experten damit, dass es durchaus möglich sei, dass ab Mittwoch Abend Flüge über den Polarregionen umgeleitet werden müssen. Nur so sei gewährleistet, dass die Kommunitation zwischen Piloten und Flughäfen aufrecht erhalten werden könne.

Die gewaltige Sonneneruption könnte ebenfalls die Energieversorgung auf der Erde stören. Und zwar gewaltig: 1989 führte ein Sonnensturm zu einem Stromausfall in der kanadischen Provinz Québec. Innerhalb von nur zwei Minuten gingen sämtliche Lichter aus – für zwölf ganze Stunden. Millionen von Menschen waren betroffen, Büros und Schulen mussten geschlossen bleiben.

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