Flammenwand: Gigantischer Waldbrand tötet 16 Menschen
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FlammenwandGigantischer Waldbrand tötet 16 Menschen

Bei einem Grossfeuer in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso sind am Samstag mehr als 500 Häuser in Flammen aufgegangen. Das Inferno forderte mindestens 16 Menschenleben.

Eine Feuersbrunst hat am Wochenende die chilenische Hafenstadt Valparaíso heimgesucht: Mindestens 16 Menschen starben, Hunderte Häuser wurden zerstört und Tausende Menschen in Sicherheit gebracht, während sich die Flammen in der Nacht zum Sonntag vom Stadtrand in Richtung Zentrum vorfrassen.

Nach Angaben von Bürgermeister Jorge Castro brach der Brand am Samstagabend aus zunächst ungeklärter Ursache in einem Waldgebiet unweit von Valparaíso aus. Hitze und Wind fachten ihn rasch an, binnen kurzer Zeit erfasste das Feuer rund 40 Hügel an den Randgebieten und drang dann weiter Richtung Stadtmitte vor. Bis zum frühen Morgen brannte es in zwölf Stadtteilen, sagte Castro.

Drei Männer und eine Frau kamen nach Angaben von Innenminister Rodrigo Peñailillo ums Leben. Rund tausend Häuser wurden zerstört, mindestens 3000 Menschen in Sicherheit gebracht. Wegen des dichten Rauchs wurde das Frauengefängnis der Ortschaft Quillota evakuiert. In zahlreichen Teilen der 270'000 Einwohner zählenden Stadt fielen Strom und Wasser aus.

Soldaten abkommandiert

Präsidentin Michelle Bachelet erklärte die zum Weltkulturerbe gehörende Stadt zum Katastrophengebiet. Dies erlaubt den Einsatz der Streitkräfte zur Evakuierung der betroffenen Gebiete. Sie wollte sich im Laufe des Tages vor Ort ein Bild von der Lage verschaffen.

Die Marine stellte Tausende Soldaten für den Einsatz ab. «Das ist die schlimmste Katastrophe, die ich in Valparaíso je erlebt habe», sagte der Feuerwehrchef Ricardo Bravo.

Der Feuerwehr aus Valparaíso und umliegenden Städten gelang es zunächst nicht, die gigantischen Brände unter Kontrolle zu bringen. Mit Hilfe von Verstärkung aus der 120 Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago de Chile versuchten die Brandbekämpfer verzweifelt, wenigstens zu verhindern, dass die Flammen auf das Zentrum und den Hafen übergriffen.

Beliebtes Touristenziel

In der ganzen Stadt wurden Auffanglager für die Evakuierten eingerichtet. Hunderte Einwohner liefen auf der Flucht vor dem immer dichter werdenden Rauch in Richtung Meer. Andere beobachteten von Aussichtsplattformen aus das nächtliche Höllenspektakel, während die Flammen ein Haus nach dem anderen erfassten.

In Chiles Landesinnerem kommt es immer wieder zu schweren Bränden, vor allem während der Hitzewellen im Sommer. Vor gut einem Jahr waren bereits bei einem Grossfeuer in Valparaíso mehr als hundert Häuser zerstört worden.

Die Hafenstadt gehört seit 2003 zum Weltkulturerbe und wird jährlich von tausenden chilenischen und ausländischen Touristen besucht. (sda)

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