Aktualisiert 11.08.2009 12:11

Kurzes GastspielGilbert Gress wird morgen entlassen

20 Minuten Online weiss aus sicherer Quelle: Kult-Trainer Gilbert Gress muss bei seinem Arbeitgeber in Frankreich bereits nach dem ersten Spieltag die Koffer packen. Voraussichtlich wird Jean-Pierre Papin sein Nachfolger.

von
Lars Gansäuer

Eigentlich ist eine bevorstehende Trainerentlassung nach dem ersten Spieltag immer noch eine Sensationsmeldung, doch im Fall von Gilbert Gress und seinem fünften Engagement beim Racing Club de Strasbourg, der fussballerischen Liebe seines Lebens, überrascht es niemanden mehr.

Wie 20 Minuten Online schon am 7. August berichtete, kämpft Gress bereits an allen Fronten und schiesst verbal gegen jeden, der sich bei «drei» noch nicht auf einem Elsässer Baum in Sicherheit bringen konnte.

Das Fass ist übergelaufen

Gress hielt mit seinen Verbalattacken auch vor seinen Vorgesetzten nicht zurück. So wirft er dem Mehrheitsaktionär Philippe Ginestet beispielsweise vor, er habe einen abgewanderten Spieler aufgefordert, in der Presse Unwahrheiten und via Medien schlechte Stimmung gegen ihn zu verbreiten.

Entlassung von Gress ist nur noch eine Formalität

Recherchen von 20 Minuten Online ergaben nun folgende weitere Abläufe in der Europastadt: Am Mittwochnachmittag wurde im Stade de la Meinau eine Sitzung des Verwaltungsrats gemeinsam mit der Vereinsführung einberaumt. Kein alltäglicher Vorgang. Im Hintergrund führt Club-Boss Ginestet bereits Gespräche mit Jean-Pierre Papin als möglicher Nachfolger. Während Papin, der bereits 2006/2007 bei Racing an der Seitenlinie stand, gegenüber 20 Minuten Online keinerlei Kommentar abgeben wollte, berichtet die französische Sportzeitung «L'Équipe», dass es auch bereits mit Ex-Nantes-Trainer Elie Baup Gespräche gab. Zudem sollte Alain Giresse, der aktuelle Nati-Coach des Gabun, angefragt, worden sein. Dieser soll jedoch abgesagt haben.

Entlassung schon vor dem Donnerstags-Spiel?

Bereits am Donnerstag tritt Racing in der Ligue 2 zum zweiten Spieltag in Laval an. Möglich, dass schon zu diesem Spiel ein Interimstrainer das Coaching übernimmt. Dabei dürfte es sich um eine vereinsinterne Lösung handeln: Der aktuelle Leiter des «centre de formation», Jean-Marc Kuentz, könnte dabei zusammen mit Chef-Scout Jacky Canosi ein Duo bilden.

Gress verweist wortkarg auf seinen Vertrag

Der betroffene Trainer selbst war nur zu einer kurzen Stellungnahme bereit. Nach dem Training am Montag sagte er lediglich: «Ich habe einen Vertrag über ein Jahr. Dieser wurde vom Verwaltungsrat unterzeichnet und ist gültig. Der sonst so extrovertierte Trainer mit der Kult-Frisur wollte sich nicht weiter an den Spekulationen rund um seine Person beteiligen.

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