Roger Federer: «Gilles Simon redet sehr viel»
Aktualisiert

Roger Federer«Gilles Simon redet sehr viel»

Roger Federer stellt sich am Tag vor dem ersten Match in Basel den Medien. Thema sind vor allem der Davis Cup und der Wirbel, den ein Foto in Frankreich entfacht hat.

von
Kai Müller

Roger Federer, was ist anders für Sie mit dem Druck, den Leuten und den Verpflichtungen, die Sie hier in Basel haben?

Das hat sich über die letzten Jahre stark verändert. Ich wollte unbedingt gut spielen hier, als ich jünger war. Mit der Erfahrung, die ich jetzt habe, bin ich nicht mehr so panisch wie noch vor fünf, zehn oder fünfzehn Jahren. Nun nehme ich es wie ein normales Turnier, mit dem Unterschied, dass ich hier mein eigenes Auto fahre, meine Familie treffe und mit Freunden abmachen kann. Es tut immer gut, diesen Court zu betreten, auch im Wissen darum, dass ich hier schon so viel Erfolg hatte.

Mit 33 Jahren jagen Sie vier Kindern, der Weltranglistenposition 1 und dem Davis-Cup-Titel hinterher - wie aufregend ist es, Ende Jahr in dieser Situation zu sein?

Es ist grossartig. Ich bin glücklich, dass ich seit der Geburt von Leo und Lenny so gut spiele und dass wir im Davis-Cup-Final stehen. Dass ich noch einmal so nahe an die Nummer 1 gekommen bin, ist für mich ein bisschen überraschend. Mir ist klar, dass ich dieses Jahr kein Grand-Slam-Turnier gewonnen habe, aber ich war sehr konstant, deshalb stehe ich nun dort. Es ist aber sicher eine andere Endphase, als ich sie erwartet hatte.

Müssen Sie die Gedanken an den Davis Cup nun für ein paar Wochen beiseite schieben?

Das ist offensichtlich, ja. Die Idee war deshalb, vor Basel ein paar Tage auf Sand zu trainieren, um wieder das Gefühl dafür zu bekommen. So werde ich im Final frischere Erinnerungen daran haben, als wenn ich das letzte Mal an den French Open auf Sand gespielt hätte.

Sind Sie überrascht, dass Ihr Twitter-Bild von ihrem Training auf Sand in Frankreich als Kampfansage verstanden wurde? Gilles Simon forderte die Fans nun in einem Radiointerview dazu auf, Sie beim Final in Lille nicht zu sehr zu unterstützen.

Es ist normal, dass der Davis Cup in Frankreich eine grosse Sache ist. Die Medien reagieren dort natürlich auf alles, wobei ich das nicht in diesem Ausmass erwartet hätte. Aber es zeigt, wie wichtig ihnen das ist und dass auch die Spieler immer bereit sind, mit den Medien zu sprechen. Das kennt man. Gilles Simon redet sehr viel, daher überrascht mich nicht, was er sagt und wie er es sagt. Ich habe aber nur für mich auf Sand trainiert, das war nicht als Kampfansage gedacht. Ich weiss, dass ich gut spielen muss, um zwei bis drei Punkte heimzubringen. Alles andere interessiert mich nicht.

War es eine Option, mit Blick auf den Davis-Cup-Final in Basel Doppel zu spielen?

Ja. Ich habe mir alle Varianten durch den Kopf gehen lassen. Auch jene, mit Stan hier nur Doppel zu spielen. Das wollte ich am Ende aber nicht. Nach dem Sieg in Schanghai wurde das Doppel hinfällig, weil der Fokus mehr auf der Erholung lag. Deshalb habe ich auch gefragt, ob ich hier in Basel erst am Mittwoch spielen könne, um mich besser vorbereiten zu können.

Zuletzt gab es widersprüchliche Aussagen bezüglich Ihrer Vertragssituation in Basel. Können Sie etwas dazu sagen?

Es ist so, wie Seve (Severin Lüthi) gesagt hat. Ich habe keine Verbindung zum Turnier, die Situation ist dieselbe wie letztes Jahr. Ich habe mich eingeschrieben, wie das jeder andere Spieler auch macht.

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