Paul Manafort im Fokus: Gingen Ukraine-Millionen an Trump-Manager?
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Paul Manafort im FokusGingen Ukraine-Millionen an Trump-Manager?

Donald Trumps Wahlkampfmanager ist in den Verdacht geraten, Schwarzgelder von einer prorussischen Partei in der Ukraine erhalten zu haben.

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sut
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Schwere Vorwürfe erhebt die «New York Times» gegen Paul Manafort, den Wahlkampfmanager von Donald Trump. Der einstige Berater des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch soll unter dem Tisch Millionenzahlungen erhalten haben. Bild: Auf dem Parteikongress der Republikaner am 17. Juli 2016.

Schwere Vorwürfe erhebt die «New York Times» gegen Paul Manafort, den Wahlkampfmanager von Donald Trump. Der einstige Berater des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch soll unter dem Tisch Millionenzahlungen erhalten haben. Bild: Auf dem Parteikongress der Republikaner am 17. Juli 2016.

AP/J. Scott Applewhite
Manafort verhalf Janukowitsch 2010 zu Wahl. Er konnte aber nicht verhindern, dass der Präsident vier Jahre später die Ukraine Hals über Kopf verliess und nach Russland flüchtete. (19. Dezember 2013)

Manafort verhalf Janukowitsch 2010 zu Wahl. Er konnte aber nicht verhindern, dass der Präsident vier Jahre später die Ukraine Hals über Kopf verliess und nach Russland flüchtete. (19. Dezember 2013)

epa/Mykhaylo Markiv
Viktor begrüsst Victoria: Als Präsident empfing Janukowitsch am 6. Februar 2014 US-Vizeaussenministerin Victoria Nuland.

Viktor begrüsst Victoria: Als Präsident empfing Janukowitsch am 6. Februar 2014 US-Vizeaussenministerin Victoria Nuland.

epa/Mykhailo Markiv / Pool

Der Politikberater Paul Manafort, der mal für den ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch gearbeitet hat, wird in einem Geheimdokument als Empfänger von Millionensummen genannt. Dies berichtete am Montag die «New York Times» unter Berufung auf ukrainische Anti-Korruptions-Ermittler.

Manafort wurde im März vom Republikaner Trump als Wahlkampfmanager angeheuert. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang für Janukowitsch gearbeitet, einen Verbündeten des russischen Staatschefs Wladmir Putin. So viel war auch schon bislang bekannt. Janukowitsch wurde im Februar 2014 gestürzt und flüchtete nach Russland.

Illegale Zahlungen

In einem handgeschriebenen Kontobuch von Janukowitschs «Partei der Regionen» tauche der Name Manaforts insgesamt 22 Mal auf, zitierte die «New York Times» ein Statement der ukrainischen Anti-Korruptions-Ermittler. Das Dokument weist ihn demnach als Empfänger von insgesamt 12,7 Millionen Dollar im Zeitraum von 2007 bis 2012 aus.

Die in dem Dokument festgehaltenen Zahlungen seien nach Angaben der Ermittler illegal gewesen, berichtete die US-Zeitung. Allerdings sei noch nicht nachgewiesen, dass Manafort die Gelder tatsächlich erhalten habe.

Manafort will die Zahlungen nicht erhalten haben

Der US-Berater müsse jedoch gewusst haben, dass er es mit Korruptionsvorgängen zu tun habe, sagte ein früher hochrangiger Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Kiew, Witali Kasko, der «New York Times». Manafort habe «verstanden, was in der Ukraine los war».

Manaforts Anwalt Richard Hibey bestritt, dass sein Mandant die genannten Zahlungen erhalten habe. Es handle sich um blosse Verdächtigungen, die zudem «wahrscheinlich politisch schwer eingefärbt» seien, sagte er der «New York Times». Manafort selbst sagte in einem Statement: «Ich habe nie auch nur eine einzige ‹nicht verbuchte Bargeldzahlung› erhalten.»

Sympathien für Putin

Der Zeitungsbericht ist gleichwohl heikel für Manafort und Trump, da der rechtspopulistische Immobilienmagnat sich im Wahlkampf immer wieder positiv über Putin geäussert hat. Trump hat die Führungsqualitäten des russischen Präsidenten gepriesen und sich auch verständnisvoll über dessen Ukraine-Politik geäussert. So deutete Trump an, dass er als Präsident möglicherweise die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim anerkennen würde.

Zudem besteht der Verdacht, dass Hackerangriffe auf die Parteizentrale der US-Demokraten von Russland ausgehen. Trump hatte sogar die russischen Geheimdienste zur Cyberattacke auf seine demokratische Rivalin Hillary Clinton aufgefordert, was einen Sturm der Entrüstung auslöste. Im Nachhinein sagt er jedoch, diese Aufforderung sei sarkastisch gemeint gewesen.

Futter für die Clinton-Kampagne

Wahlkampfpolitisch könnte die Anschuldigung gegen Manafort die Vorwürfe gegen Trumps Gegnerin Hillary Clinton ausbalancieren. Die wohltätige Stiftung «Clinton Foundation» soll laut gehackten E-Mails die Dienste von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Demokratin eingefordert haben.

Manafort wies in seinem Statement auf die potenziell korrupte Beziehung zwischen Clinton und der Stiftung hin. Er schrieb, die «New York Times» unterlasse es, darauf hinzuweisen, «dass die Clinton-Stiftung im Tausch gegen Begünstigungen durch Aussenministerin Hillary Clinton Geldzahlungen entgegengenommen hat (und vielleicht immer noch entgegennimmt).» (sut/sda)

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