Tierrettung in Kenia: Giraffen werden mit Mangos auf ein Floss gelockt und ins Reservat gebracht
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Tierrettung in KeniaGiraffen werden mit Mangos auf ein Floss gelockt und ins Reservat gebracht

Die Giraffen auf der Insel Longicharo im Westen Kenias könnten verhungern, wenn sie nicht gerettet werden. Tierschützer bringen sie nun mit einem speziell gebauten Floss aufs Festland.

von
Karin Leuthold

Die Aufgabe ist langwierig: Jede Giraffe muss einzeln mit einem Floss transportiert werden.

Darum gehts

  • Die Insel Longicharo auf dem Baringo-See im Westen Kenias droht wegen steigendem Wasserspiegel zu versinken.

  • Mehrere Giraffen befinden sich dadurch in Gefahr.

  • Die Tierschutzorganisation Kenya Wildlife Service bringt jedes Tier einzeln mit einem Floss in ein Reservat.

Die Tierschutzorganisation Kenya Wildlife Service (KWS) ist an einer kolossalen Mission: Sie muss eine ganze Giraffenherde aus einer Insel evakuieren, um die Tiere in ein Reservat auf dem Festland zu bringen. Die Aufgabe ist komplex, da jede Giraffe einzeln mit einem Floss transportiert werden muss.

Die Insel Longicharo auf dem Baringo-See im Westen Kenias wird immer kleiner. Der Wasserspiegel des Baringo-Sees war jüngst um 15 Zentimeter pro Tag angestiegen. Wegen des steigenden Wasserspiegels droht die Insel zu versinken. Die Giraffen könnten wegen des reduzierten Lebensraumes verhungern. Aus diesem Grund bringen die Tierschützer die Tiere nun in einem speziell gebauten Giraffenfloss über das Wasser in das Naturschutzgebiet Ruko.

Giraffen werden mit Mangos auf das Floss gelockt

Vor der Überfahrt werden die Tiere mit Mangos, ihrer Lieblingsnahrung, auf die Flosskiste gelockt. Das sei ein langwieriger Prozess, sagt Aloise Naitera von der Tierschutzorganisation Northern Rangelands Trust (NRT). «Man muss von Fall zu Fall und von Tag zu Tag entscheiden. Sobald wir die noch verbleibenden Giraffen trainiert haben, sind sie für den Transport bereit. Ziel ist es, alle Tiere bis spätestens Mai umgesiedelt zu haben.»

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Bereit zum Losfahren! Diese Giraffe wurde bereits auf das Floss gebracht.

Bereit zum Losfahren! Diese Giraffe wurde bereits auf das Floss gebracht.

Twitter/kwskenya
Weitere Tiere warten noch.

Weitere Tiere warten noch.

Twitter/kwskenya
Die Giraffen werden mit Mangos auf das Floss gelockt.

Die Giraffen werden mit Mangos auf das Floss gelockt.

Twitter/kwskenya

Die seltenen Rothschild-Giraffen waren erst 2011 auf die Insel Longicharo gebracht worden, um die Population wieder aufzubauen. Das rund 17 Quadratkilometer grosse Ruko-Reservat ist nun das neue Zuhause der Giraffen. Der Weltnaturschutzunion (IUCN) zufolge gibt es geschätzt 2100 Rothschild-Giraffen, rund 765 leben in Kenia.

Derzeit diskutieren Wissenschaftler über den Grund für den Anstieg des Wasserspiegels im Baringo-See sowie in anderen Seen in Kenia. Zum einen könnte es an geologischen Veränderungen tief im Erdboden liegen. Ausserdem könnte es sein, dass die zunehmende Abholzung stromaufwärts zu mehr Sediment in den Seen führt.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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