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«Grüne Wirtschaft»Girod blufft mit falschen Verbündeten

Der grüne Nationalrat Bastien Girod sorgt mit einem Tweet über angebliche Unterstützer der Vorlage «Grüne Wirtschaft» für Diskussionen.

von
kat
Zieht Roche, Unilever und Ikea auf die Seite der Grünen: Nationalrat Bastien Girod in Bern. (Archivbild)

Zieht Roche, Unilever und Ikea auf die Seite der Grünen: Nationalrat Bastien Girod in Bern. (Archivbild)

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In einer Diskussion auf Twitter mit einer Mitarbeiterin des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse holt sich der grüne Nationalrat Bastien Girod namhafte Verbündete ins Boot. Nur: Die wissen nichts davon.

Die Economiesuisse-Mitarbeiterin deutete die Initiative «Grüne Wirtschaft» auf Twitter als wirtschaftlichen Niedergang aller Branchen. Bastien Girods Antwort: «Das sehen Roche, Unilever, Ikea & Co anders.»

Roche und Unilever distanzieren sich

Offenbar hat sich Girod mit dieser Aussage etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt. «Roche unterstützt die Vorlage nicht», sagt Sprecherin Ulrike Engels-Lange zum Blick. Im Gegenteil: «Die Initiative ist zu extrem und unausgewogen.»

Auch bei Unilever gibt man sich zurückhaltend. Man beziehe generell keine Standpunkte zu Volksentscheiden, wird eine Sprecherin zitiert. Unterstützt werde aber der Verband Swisscleantech, der sich für die Initiative einsetzt. Offiziell ist laut Bericht nur Ikea für die «Grüne Wirtschaft».

Girod rechtfertigt sich

Bastien Girod versucht gegenüber «Blick» die Situation zu retten: «Ich wollte mit dem Tweet nur sagen, dass Roche, Unilever, Ikea und Co. unsere Vision teilen.» Die genannten Unternehmen würden dieselben Ziele wie die Grünen verfolgen: nachhaltiges Wirtschaften bis 2050.

Weil Economiesuisse so viel Druck ausübe, würden sich Unternehmen zudem kaum noch getrauen, Sympathien für die Vorlage zu äussern. Bei Economiesuisse wird dieser Vorwurf abgestritten. «Wir zeigen transparent auf, dass die Initiative nicht zu Ende gedacht ist», so ein Sprecher.

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