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Alfa Romeo 2000 BerlinaGiulias grosse Schwester

Berlina heisst Limousine. Im Gegensatz zur Giulia erhielt der 1968 vorgestellte Wagen keinen eigenen Namen, aber eine eigenständige Karosserie.

von
B.v.Rotz
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Klassisches Vieraugengesicht beim Alfa Romeo 2000 Berlina.

Klassisches Vieraugengesicht beim Alfa Romeo 2000 Berlina.

Balz Schreier / www.zwischengas.com
Klar strukturiertes Heck am Alfa Romeo 2000 Berlina.

Klar strukturiertes Heck am Alfa Romeo 2000 Berlina.

Balz Schreier / www.zwischengas.com
Tiefe Gürtellinie und ein paar zeitgenössische Extras wie ein Sonnendach und ATS-Felgen.

Tiefe Gürtellinie und ein paar zeitgenössische Extras wie ein Sonnendach und ATS-Felgen.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com

Im Januar 1968 wurde die Modellreihen-Ergänzung «1750» bei Salerno der Presse vorgestellt. Im Zentrum stand dabei der auf 1779 cm3 erhöhte Hubraum des bewährten Zweinockenwellen-Vierzylinders, der auch im Coupé (Giulia Sprint) und Spider (Duetto) zum Einbau kam. Mit der Bezeichnung 1750 wollte man bei Alfa Romeo an die erfolgreichen Vorkriegsbaureihen 6C 1750 erinnern, die es damals bereits als Limousine (1750 Turismo) und Sportwagen gab.

Die neue Berlina war eng mit der Giulia verwandt. Aber um eine gewisse Eigenständigkeit zu erreichen, hatte man sich an Meister Bertone gewandt. So setzte die neue Limousine neue Akzente und unterschied sich optisch von der Giulia: Der Radstand war um sechs Zentimeter auf 2,57 Meter gewachsen, die Überhänge vorne und hinten wuchsen um 11,3 und 6,7 Zentimeter, was eine Gesamtlänge von 4,39 Metern ergab. Die Bertone-Zeichner verzichteten auf Ornamente und setzten ein klassisches Vieraugen-Gesicht als Front ein. Auch das Heck wirkte deutlich glattflächiger als das der Giulia. Eine klassische und zeitlose Limousine war entstanden.

Mit den Genen der Giulia

Technisch waren sich Giulia und Berlina 1750 sehr ähnlich. Abgesehen vom vergrösserten Motor, der hauptsächlich durch Anheben des Hubs entstanden war, gab es kaum technische Unterschiede zwischen den beiden Limousinen-Schwestern. Weiterhin waren vorne übereinanderliegende Querlenker und hinten eine Starrachse mit Dreiecksquerlenkern und Längsschubarmen für die Radführung zuständig. Gebremst wurde mit grösseren Scheiben. Innen gab es ein deutlich komfortableres Interieur.

Bis 1971 wurden über 100'000 der 1750 Berlinas gebaut, dann erschien eine aufgefrischte stärkere Version der viertürigen Limousine, genannt 2000 Berlina. Der 1962 cm3 grosse Motor leistete nun 150 statt 132 SAE-PS. Kleine Retouchen aussen und eine Überarbeitung des Interieurs komplettierten die Modellpflege, der Preis der 2000 Berlina betrug 1971 16'450 Franken. Mit 9,5 Sekunden von 0 bis 100 km/h lag der Zweiliter auf Augenhöhe mit Sportwagen.

Kompakter Sportwagen für die Familie

Weniger als 4,4 Meter Länge und nicht einmal 1,57 Meter Breite lassen die Berlina heute im Kreise der 4,5- bis 5-Meter-Limousinen deutlich kompakter erscheinen, als sie damals empfunden wurde. Die glattflächige Karosserie wirkt fast ein wenig unauffällig, doch das klassische Alfa-Rot lässt sie strahlen.

Mühelos gelangt man über die grossen Türen ins Innere und setzt sich auf die bequemen Sitze. Der Zündschlüssel findet seine Ausgangsposition rechts vom Lenkrad, ein Dreh lässt den Vierzylinder problemlos starten und schon ist es da, dieses typische Alfa-Röcheln. Der Schalthebel führt noch ohne Umwege ins Getriebe und die fünf Gänge, angeordnet im üblichen «H+», lassen sich aus dem Handgelenk sortieren. Allzu viel Schaltarbeit ist auch gar nicht nötig, denn der Motor bietet Kraft aus allen Drehzahlen. Die Rundumsicht ist von allen Sitzen her gut, selbst die Passagiere hinten geniessen genügend Freiraum, an Gepäckraum mangelt es mit 480 Litern Volumen sowieso nicht.

Ein gelungenes Paket also, trotzdem war 1977 fertig mit der klassischen Bauweise, als Ersatz folgten Transaxle-Modelle wie Giulietta und Alfetta.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Klangmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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