Uetliberg: Giusep Fry will sich nicht an Frist halten
Aktualisiert

UetlibergGiusep Fry will sich nicht an Frist halten

Der Uto-Kulm-Besitzer will trotz Abbruchbefehl seiner illegalen Bauten auf dem Uetliberg doch alle Arbeitsplätze erhalten. Mit dem Abbruch will er erst nach Weihnachten anfangen.

von
blu
Die ohne Bewilligung erstellten Verglasungen an Süd- und Rondo-Terrasse beim Hotel Uto Kulm müssen innerhalb von sechs Monaten abgebrochen werden.

Die ohne Bewilligung erstellten Verglasungen an Süd- und Rondo-Terrasse beim Hotel Uto Kulm müssen innerhalb von sechs Monaten abgebrochen werden.

Obwohl der Hotelier Giusep Fry die illegal überdachten Terrassen vor seinem Restaurant Uto-Kulm bei Zürich abbauen muss, soll es zu keinen Entlassungen kommen - anders als er am Freitag angekündigt hatte. Er wolle die 100 Arbeitsplätze erhalten, wie es in mehreren Medienberichten heisst.

Am Freitag entschied das Bundesgericht, dass die ohne Bewilligung erstellten Verglasungen an Süd- und Rondo-Terrasse beim Hotel Uto Kulm innert sechs Monaten abgebrochen werden müssen. An diese Frist will sich Fry aber nicht halten. Anstatt Anfang Dezember will er die illegalen Bauten erst Ende Januar abreissen. «Niemand kann verlangen, dass ich mitten in der Hauptsaison vor Weihnachten abbreche», sagte er am Montag vor den Medien. Zudem hätte er das Urteil noch nicht offiziell erhalten.

«Gäste nicht verschmoren lassen»

Kritik übte er vor allem an der Zürcher Regierung, die seinen Gestaltungsplan aufgehoben hatte. Dieser hätte die Bauten legalisieren sollen. Er sei von den Politikern enttäuscht, sagte Fry. Den Regierungsrat betitelte er als «unfähig». Er habe «den Schwanz eingezogen» und gefährde die Zukunft des Kulms. Auf die Frage, ob er etwas bereue, sagte Fry, im Nachhinein sei man immer schlauer. Er habe im Grunde gewusst, dass es so komme.

Die Kosten für den verfügten Abbruch wurden auf 100'000 Franken beziffert. Der Umsatzrückgang würde zwei Millionen pro Jahr betragen, sagte Fry. Um das reduzierte Geschäft aufzufangen, hat er bereits neue Pläne: Die Terrasse will er künftig weiterhin bewirten. Im Sommer bedient und im Winter mit Selbstbedienung. Auch ein Fondue-Plausch sei denkbar. Die Storen und den Windfang lässt er stehen. Dafür habe er eine Bewilligung aus dem Jahr 2001, wie er sagte. «Ich kann ja meine Gäste nicht verschmoren lassen.» Dass es sich um illegale, ohne Gesuch erstellten Bauten handelt, will er wohl nicht einsehen. Für ihn seien es immer noch Sonnenstoren, meinte er zum Windfang.

Auch dass der Betrieb auf einer schützenswerten Fläche von nationaler Bedeutung liegt, scheint nicht angekommen zu sein. Fry erwähnte die USA: Dort wäre eine Rutschbahn in den Zürichsee oder Bungee-Jumping möglich. Zudem teilte er mit: «Der nächste Silvester wird noch auf der gedeckten Terrasse gefeiert.»

Deine Meinung