Horrorwoche von Gladbach wirft Fragen auf – Yann Sommer wird veräppelt
Aktualisiert

(H)armloser Nati-GoalieGladbacher Horrorwoche wirft Fragen auf – Yann Sommer wird veräppelt

Wie kann sich eine Mannschaft, die erst vor gut einem Monat den FC Bayern auseinandernahm, vom SC Freiburg so demütigen lassen? Antworten darauf hat das Team um die Nati-Stars Sommer, Elvedi und Zakaria nicht.

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Yann Sommer kassierte am Sonntag gegen Freiburg sechs Gegentore. 

Yann Sommer kassierte am Sonntag gegen Freiburg sechs Gegentore.

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Freiburg war viel besser als die Gladbacher.

Freiburg war viel besser als die Gladbacher.

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Da Embolo derzeit verletzt fehlt, standen beim Debakel neben Sommer nur noch die Nati-Stars Zakaria und Elvedi auf dem Feld.

Da Embolo derzeit verletzt fehlt, standen beim Debakel neben Sommer nur noch die Nati-Stars Zakaria und Elvedi auf dem Feld.

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Darum gehts

  • Gladbach erlebt daheim gegen Freiburg ein Debakel.

  • Der Club des ehemaligen YB-Trainers Adi Hütti verliert gleich mit 0:6.

  • Sein Job ist aber nicht in Gefahr.

  • Yann Sommer wird derweil von einem Sportsatire-Portal ohne Arme dargestellt.

Ex-YB-Trainer Adi Hütter in Not, aber nicht am Ende. Die historische Katastrophenwoche mit zehn Gegentoren aus zwei Spielen bleibt für den Trainer von Borussia Mönchengladbach zunächst ohne Folgen, wirkt aber nach. «Wir haben einiges aufzuarbeiten. Die Situation ist nicht zufriedenstellend», bekräftigte der bediente Sportchef Max Eberl nach dem peinlichen 0:6 (0:6) gegen Freiburg – der höchsten Heim-Pleite seit 23 Jahren. Erst in der Vorwoche hatte die Borussia eine 1:4-Derby-Pleite in Köln erlitten.

Im Spätherbst 1998 kassierte die Borussia als damaliger Tabellenletzter und späterer Absteiger gar 15 Gegentore in einer Woche (2:8 gegen Leverkusen, 1:7 in Wolfsburg). Damals wurde Friedel Rausch als Trainer beurlaubt, Manager Rolf Rüssmann musste ebenfalls gehen. Derlei ist diesmal nicht zu befürchten, insbesondere auch Hütter sitzt fest im Sattel. «Man entscheidet sich ja bewusst für einen gemeinsamen Weg. Wir gehen jetzt auch gemeinsam durch dick und dünn», sagte Eberl und bezeichnete Nachfragen dazu als «absurd».

«Wir haben schon Mentalität und Qualität – heute nicht»

Immerhin bezahlte Eberl auch 7,8 Millionen Franken Ablöse an Eintracht Frankfurt für den Österreicher, um ihn als Nachfolger des nach Dortmund gewechselten Marco Rose zu holen. Damit erbte Hütter auch Probleme. Denn die Fallhöhe der Gladbacher Leistungen zwischen begeisternd wie beim 5:0 vor gut einem Monat im DFB-Pokal gegen den FC Bayern und desaströs wie vor allem in der katastrophalen ersten Halbzeit gegen Freiburg ist nichts Neues in Gladbach.

Für Hütter mögen die fehlende Konstanz und die zwei Gesichter seines Teams noch irritierend sein. «Solch eine Leistung mit dieser Mannschaft ist nicht erklärbar», sagte der 51-Jährige etwas hilflos. Wozu «diese Mannschaft» im Guten fähig ist, zeigt sie halbwegs verlässlich gegen starke Gegner – nicht nur die Bayern können davon ein Lied singen. Schon unter Rose begeisterte die Borussia in der Champions League und setzte sich in der Gruppe mit Inter Mailand und Real Madrid durch. Nur geriet die Mannschaft auch schon da in eine Hilflosigkeit, wenn es in der Liga nicht lief. Auch in der Vorsaison wurden gegen schwächere Teams etliche Punkte verschenkt.

Somit scheint das Problem tiefer zu liegen, auch wenn Eberl versuchte, das 0:6 als einmaligen Ausrutscher darzustellen. «Wir haben schon Mentalität und Qualität – heute nicht», sagte er. Dabei sind die verlässlichen Probleme gegen kampf- und zweikampfstarke Teams so auffällig wie besorgniserregend aus Gladbacher Sicht. Eberls derbe geäusserten Fragen am Sonntag («Entschuldigung, was passiert da für eine Scheisse? Warum wehren wir uns nicht?») hätte man sich seit einigen Monaten alle paar Wochen immer wieder stellen können.

Deutsches Portal veräppelt Yann Sommer

Zumindest öffentlich wollten Eberl und Hütter die eigentlich offensichtliche defensive Arbeitsverweigerung aber erneut nicht anprangern. Eberl verwies hingegen auf das Versagen bei den Standards und fragte: «Hat das wirklich was mit Einstellung zu tun?». Und Hütter bekräftigte selbst nach diesem schlimmen Auftritt: «Ich werde mich immer vor meine Mannschaft stellen, egal, was passiert.»

Zu dieser Mannschaft gehören auch die Schweizer Nati-Stars Nico Elvedi, Breel Embolo, Denis Zakaria und Yann Sommer. Der Gladbach-Goalie muss eine lange Zeit zurückdenken, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er das letzte Mal daheim sechs Gegentore kassierte. Am 14. September 2008 war es, Sommer war noch keine 20 Jahre alt, als er mit Vaduz gegen den FC Zürich 1:7 verlor. Das deutsche Sportsatire-Magazin «Wumms» nahm das Spiel zum Anlass für einen bitterbösen Insta-Post. So postete das Portal ein Foto von Sommer, auf dem er keine Arme hat. Dazu hiess es: «Er konnte einem heute echt leidtun.»

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(nih/dpa)

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