Gläubiger erschossen - 10 000 Franken für die Kellnerin

Aktualisiert

Gläubiger erschossen - 10 000 Franken für die Kellnerin

Ein Zürcher Wirt mazedonischer Herkunft hat einen kosovarischen Gläubiger mit einem Kopfschuss niedergestreckt, als dieser die Polizei anrufen wollte. Bevor sich der Schütze festnehmen liess, zahlte er seiner Kellnerin 10 000 Franken aus.

Der Angeschuldigte soll in der Nacht zum 21. Juni 2005 vor seiner Cafe-Bar in Zürich-Wiedikon einen damals 41-jährigen, aus Kosovo stammenden Gläubiger erschossen haben. Der heute 58-jährige Zürcher Wirt und Reisebürobetreiber mazedonischer Herkunft steht seit heute unter Mordanklage vor dem Zürcher Geschworenengericht.

Der 41-Jährige war in der Nacht beim Angeklagten aufgetaucht und hatte die Begleichung von Schulden gefordert. Der Angeklagte händigte ihm zunächst 2.300 Franken aus, worauf sich der Gläubiger entfernte. Wenig später kehrte er zum Cafe zurück. Der Angeklagte trat ihm mit einer geladenen Pistole in der Hand entgegen, worauf es zu einem Streit kam. Dabei griff der 41-Jährige zum Handy und rief die Polizei an. Nachdem der 41-Jährige eine Polizeibeamtin begrüsst hatte, schoss ihm der Angeklagte aus kurzer Distanz in die Stirn. Der 41-Jährige war nach kürzester Zeit tot. Der Wirt ging ins Cafe zurück, zahlte seiner Service-Angestellten 10.000 Franken aus und rief die Polizei an. Danach liess er sich widerstandslos festnehmen.

Während ihm die Anklage vorwirft, den 41-Jährigen kaltblütig erschossen und geradezu exekutiert zu haben, damit dieser nicht die Polizei rufen könne, machte der Angeklagte so genannte Putativnotwehr geltend. Er sei völlig verängstigt gewesen, weil der Gläubiger stets bewaffnet unterwegs gewesen sei. Er habe ungezielt und mit geschlossenen Augen geschossen, als der Gläubiger in die Hosentasche gegriffen habe; er habe geglaubt, der 41-Jährige zücke eine Waffe. Das Urteil des Geschworenengerichts wird Mitte nächster Woche erwartet. (dapd)

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