Schwingfest 2016: Glarner bodigt Orlik und ist Schwingerkönig

Aktualisiert

Schwingfest 2016Glarner bodigt Orlik und ist Schwingerkönig

Matthias Glarner triumphiert im Schlussgang des Eidgenössischen über Armon Orlik. Der Kampf ist hochstehend und hätte zwei Sieger verdient.

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Die besten Bilder des Schwing- und Älplerfestes 2016Der Kranz für den König: Eine Ehrendame krönt Matthias Glarner.

Die besten Bilder des Schwing- und Älplerfestes 2016Der Kranz für den König: Eine Ehrendame krönt Matthias Glarner.

Keystone/Peter Schneider
Glarner jubelt neben Ehrendamen.

Glarner jubelt neben Ehrendamen.

Keystone/Jean-christophe Bott
Glarner mit dem Siegermuni «Mazot de Cremo» und Miss Schweiz Lauriane Sallin.

Glarner mit dem Siegermuni «Mazot de Cremo» und Miss Schweiz Lauriane Sallin.

Keystone/Jean-christophe Bott

Der Schwingerkönig ist erneut ein Berner. Am Eidgenössischen in Estavayer triumphiert aber weder Kilian Wenger noch Matthias Sempach, sondern der 30-jährige Haslitaler Matthias Glarner aus Meiringen. Im Schlussgang vor gut 50'000 Zuschauern in der «Arène de la Broye» besiegte Glarner nach 13:30 Minuten den erst 21-jährigen Bündner Armon Orlik aus Maienfeld, einen der Animatoren des grossartigen und stimmungsvollen Eidgenössischen Schwingfests in der Broye-Arena in Estavayer-le-Lac.

Der Sportlehrer Matthias Glarner, Bruder des Super-League-Fussballers Stefan Glarner, hat mit seinem hochverdienten Triumph einen Fluch beseitigt, der für alle Schwinger 76 Jahre lang angehalten hat. Seit 1940 nämlich war nie ein Schwingerkönig älter als 29. Und seit jener Zeit wurde bis am Sonntag immerhin 25 Mal ein Schwingerkönig gekrönt.

Unterhaltsamer Schlussgang

Der Schlussgang bot phantastischen Schwingsport. Es standen sich ja auch die beiden Schwinger gegenüber, die das Fest in der Romandie am meisten geprägt hatten. Im gleichen Atemzug sind aber auch noch die vielversprechenden Youngsters Samuel Giger und Remo Käser zu nennen, die am Schluss direkt hinter dem routinierteren Glarner die Plätze 2 und 3 belegten.

Im Schlussgang wagten beide Athleten Angriffsversuche, die aber vom jeweils anderen geschickt neutralisiert wurden. Es nahte bereits das Ende des auf 16 Minuten angesetzten Fights, und der neutrale Beobachter konnte mit fortwährender Dauer annehmen, dass der fast zehn Jahre jüngere Armon Orlik frischer sein könnte als der Routinier aus dem Berner Oberland. Aber exakt in dieser Phase überrumpelte Glarner seinen Widersacher mit einem ansatzlosen Angriff und bettete ihn ins Sägemehl – sehr zur Freude der Tausenden von Fans au dem Bernbiet.

König huldigt Herausforderer

Glarner sprach hinterher ins Mikrophon des Stadions und lobte unter anderem Armon Orlik als einen für sein Alter unglaublich starken und vielseitigen Schwinger. Er habe sich so gefreut und habe sogar fast Tränen bekommen, als er Orlik auf Videos habe schwingen sehen. Glarner brachte mit seinen Worten sofort auch die Fans auf der Nordostschweiz auf seine Seite. Aus diesem Publikumssektor erntete er tosenden Applaus.

Glarners Berner Vorgänger waren zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus der Entscheidung gefallen. Kilian Wenger musste seine Hoffnungen nach einer Niederlage und einem Remis schon in den ersten zwei Gängen begraben. Matthias Sempach fing sich nach dem Unentschieden zum Auftakt gegen Christian Schuler auf und schien wieder auf dem besten Weg zu sein, als er im 6. Gang eher unerwartet vom Luzerner Sven Schurtenberger gestoppt wurde.

Das Duell Orlik gegen Glarner war der erste eidgenössische Schlussgang zwischen den rivalisierenden grossen Verbänden Bern und Nordostschweiz seit 1983. Damals in Langenthal setzte sich der zweimalige Appenzeller König Ernst Schläpfer gegen den legendären Niklaus «Chlöisu» Gasser durch.

Hier finden Sie alles, was Sie über Schwingen wissen müssen. (sda)

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