Aktualisiert 04.01.2016 11:06

VergleichGlarner kaufen am meisten Sextoys

In der Schweiz wird nirgends mehr Sexspielzeug gekauft als im Kanton Glarus. Aargauer kaufen am meisten Anal-Toys, Zürcherinnen stehen auf «Womanizer».

von
Nikolai Thelitz

Im Glarnerland ist Sexspielzeug besonders beliebt. Ob Dildo, Penisring oder Spielzeuge für zwei: Im Kanton Glarus werden am meisten Sextoys verkauft, wie eine Auswertung des Online-Shops Amorana zeigt. Auf Platz 2 landet der Kanton Aargau, Schlusslicht bildet das Waadtland. «Wir vermuten, dass die Glarner besonders experimentierfreudig beim Sex sind. Im Kanton Glarus ist der Anteil von Verheirateten besonders hoch, es ist gut denkbar, dass viele ihr Sexleben mit einem Spielzeug aufpeppen wollen», sagt Lukas Speiser, Geschäftsführer von Amorana. Eine weitere Erklärung sei, dass es in ländlichen Gebieten wie Glarus oft keine Sexshops in der Nähe gebe, sodass die Leute vermehrt im Internet bestellten.

Sex-Expertin Maggie Tapert vermutet eine andere Ursache für den reissenden Absatz an Sextoys in Glarus. «Auf dem Land ist ja oft nicht viel los, den Leuten in Glarus ist wohl oft langweilig, sodass sie eher mal ein Sextoy ausprobieren.» Dass Paare mit Sexspielzeug für mehr Abwechslung im Bett sorgen wollen, findet die Expertin eine «super Idee». Nach einigen Jahren Partnerschaft schleiche sich oft Langeweile und mangelnde Kreativität beim Sex ein. «Oft beschränkt sich das Sexleben dann auf ein paar Minuten rein und raus vor dem Einschlafen.» Ein Spielzeug sei einer von vielen möglichen Wegen, dieser Routine entgegenzuwirken.

Die Statistik des Online-Händlers zeigt noch weitere regionale Unterschiede. «Die besten Kunden sind oft auch die experimentierfreudigsten», sagt Speiser. So bestellten die Aargauer und Innerrhödler besonders häufig Anal-Toys. Die Zürcher hingegen kauften häufig den teuren Womanizer, ein Spielzeug für die Frau, das die Klitoris leicht ansaugt und mit Druckwellen stimuliert.

«Eine Maschine ersetzt keinen Blowjob»

Besonders viele Sextoys gingen dabei in der Vorweihnachtszeit über die virtuelle Ladentheke. «Unsere Verkaufszahlen zeigen, dass zwischen Weihnachten und Neujahr massiv mehr Sextoys von Männern gekauft werden als von Frauen», so Speiser. Die Männer würden aber nicht etwa nur ein Spielzeug für die Freundin unter den Weihnachtsbaum legen, sondern auch für sich selbst. Besonders beliebt seien zwischen Weihnachten und Neujahr die so genannten Masturbatoren, die der Mann über den Penis stülpen und sich damit selbst befriedigen kann. «Es gibt zum Beispiel den Autoblow, das ist quasi eine vollautomatische Blowjobmaschine», so Speiser.

Sex-Expertin Tapert vermutet ebenfalls, dass sowohl Singles auch Männer in einer Beziehung für die grosse Nachfrage verantwortlich sind. Den Blowjobmaschinen kann Tapert nicht nur Positives abgewinnen. «Eine Maschine kann keinen Blowjob ersetzen.» Masturbation sei grundsätzlich wichtig und zentral für die eigene Sexualität. Dies dürfe aber nicht zulasten der Partnerschaft geschehen. Gerade Männer fokussierten zu stark auf Masturbation und das möglichst schnelle und einfache Ejakulieren. «Männer masturbieren generell zu viel, Frauen zu wenig», sagt Tapert. Fokussiere der Mann zu sehr auf die Masturbation, behindere das guten Sex in der Partnerschaft. Für Single-Männer hingegen sei eine Blowjob-Maschine unbedenklich.

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