Aktualisiert 23.08.2019 16:10

Nummer von LehrerinGlarner regelt Streit aussergerichtlich

SVP-Nationalrat Andreas Glarner publizierte die Telefonnummer einer Zürcher Primarlehrerin – nun haben sich beide Parteien aussergerichtlich geeinigt.

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sip/leu
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Es kommt nicht zum Prozess. Am 23. August 2019 wurde bekannt, dass sich SVP-Nationalrat Andreas Glarner sich mit der angeprangerten Lehrerin aussergerichtlich geeinigt hat.

Es kommt nicht zum Prozess. Am 23. August 2019 wurde bekannt, dass sich SVP-Nationalrat Andreas Glarner sich mit der angeprangerten Lehrerin aussergerichtlich geeinigt hat.

Keystone/Alessandro Della Valle
So sah der Eintrag von Anfang Juni aus, bevor ihn Glarner auf Druck zensierte (Einschwärzungen von der Redaktion vorgenommen).

So sah der Eintrag von Anfang Juni aus, bevor ihn Glarner auf Druck zensierte (Einschwärzungen von der Redaktion vorgenommen).

Screenshot Facebook
Entfernte Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Lehrerin erst Stunden später auf Druck des Stadtzürcher Schul- und Sportdepartements: SVP-Nationalrat Andreas Glarner.

Entfernte Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Lehrerin erst Stunden später auf Druck des Stadtzürcher Schul- und Sportdepartements: SVP-Nationalrat Andreas Glarner.

Keystone/Anthony Anex

Plötzlich dominierte SVP-Nationalrat Andreas Glarner wieder die Schlagzeilen. Er machte mit einem Facebook-Post eine junge Zürcher Primarschullehrerin zur Zielscheibe, weil diese in einem Elternbrief darauf hinwies, dass muslimische Kinder während des Fests des Fastenbrechens zu Hause bleiben können, ohne dafür einen Jokertag einzusetzen. Er veröffentlichte die Telefonnummer der Lehrerin und versah die Nachricht mit dem Hinweis, man möge sie anrufen und ihr die Meinung sagen.

Nun berichtet der «Tages-Anzeiger»: Der Vorfall von Anfang Juni hat keine weiteren rechtlichen Folgen. Auf Anfrage teilt CVP-Bildungsdirektorin Silvia Steiner mit, dass «zwischen der anwaltlich vertretenen Lehrerin und Herrn Glarner eine aussergerichtliche Einigung erzielt werden konnte». Und weiter: «Herr Glarner hat zur Kenntnis genommen, dass die Lehrerin mit ihrer Mitteilung die kantonalzürcherische Regelung befolgt und korrekt wiedergegeben hat.»

Glarner entschuldigte sich schriftlich

Glarner Post setzte der Lehrerin zu. Das Handy, das eigentlich als Kontakt für die Eltern gedacht war, klingelte pausenlos. Ein Shit-Storm brauch über sie herein. Die Primarschullehrerin, die erst im März das Diplom erhalten hatte, konnte zwischenzeitlich nicht mehr unterrichten. Bildungsdirektorin Steiner kritisierte Glarner scharf für sein Verhalten.

Glarner habe sich laut Steiner nun schriftlich und im persönlichen Gespräch «in aller Form entschuldigt». Er anerkenne, dass er mit der Blossstellung der Lehrerin einen schweren Fehler begangen habe. «Damit konnte die Angelegenheit nach Prüfung aller rechtlichen Möglichkeiten bestmöglich abgeschlossen werden», so Steiner.

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