Jadgesetz – Kanton Glarus fordert erleichterte Regulierung des Wolfsbestands
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JagdverordnungGlarner Behörden wollen Wölfe einfacher abschiessen dürfen

Im Rahmen der Vernehmlassung zur Revision der eidgenössischen Jagdverordnung fordert der Kanton Glarus eine erleichterte Regulierung des Wolfes.

von
Alexandra Maria-Victoria Andrist
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Der Kanton Glarus möchte, dass der Wolfbestand vermehrt reguliert wird. 

Der Kanton Glarus möchte, dass der Wolfbestand vermehrt reguliert wird.

Kanton GL
Umweltverbände hingegen wünschen sich mehr Geld für den Herdenschutz. 

Umweltverbände hingegen wünschen sich mehr Geld für den Herdenschutz.

Gruppe Wolf Schweiz
Die Wolfspopulation nimmt in der Schweiz stark zu. 

Die Wolfspopulation nimmt in der Schweiz stark zu.

Gruppe Wolf Schweiz

Darum gehts

  • Seit Ende März läuft die Vernehmlassung zur revidierten Jagdverordnung.

  • Die Kantone können bis Mitte Woche dazu Stellung nehmen.

  • Die meisten Gebirgskantone, so auch der Kanton Glarus, wünschen eine weitergehende Herabsetzung der Schwellen zur Regulierung der Wölfe.

  • So sollen aufgrund von Wolfsangriffen verletzte, abgestürzte oder notgeschlachtete Nutztiere zu den gerissenen Tieren mitgezählt werden.

  • Der Kanton Glarus befürchtet, dass die starke Zunahme der Wolfspopulation sowohl die Landwirte als auch die kantonale Verwaltung vor grosse Herausforderungen stellen könnte.

2019 wurde das revidierte Jagdgesetz vom Parlament angenommen, allerdings wurde gegen dieses das Referendum ergriffen. Die Volksabstimmung dazu fand im September 2020 statt, wobei die Stimmbevölkerung das revidierte Jagdgesetz ablehnte. Deshalb fand in den letzten Wochen die Vernehmlassung zur Revision der eidgenössischen Jagdverordnung statt.

Herausforderndes Zusammenleben mit dem Wolf

Die Vernehmlassung endet diese Woche. Nun haben sich mehrere Kantone dazu geäussert, darunter auch der Kanton Glarus. Der Glarner Regierungsrat unterstützt die Revision der eidgenössischen Jagdverordnung in der vorgeschlagenen Richtung im Grundsatz. Da die Landwirtschaft im Glarnerland von zentraler Bedeutung ist, fordert der Glarner Regierungsrat jedoch eine stärkere Regulierung der Wölfe und eine Ausweitung der Entschädigung für Landwirte, wenn durch Wolfsangriffe Tiere verletzt oder getötet werden.

Der Regierungsrat führt in seiner Mitteilung aus, dass eine Zunahme der Wolfspopulation eine grosse Herausforderung für die Landwirte und die kantonale Verwaltung darstelle. Deshalb soll der Wolfbestand vorausschauend reguliert werden können. Um das zu erreichen, müssen die Schwelle der durch Wölfe angerichteten Schäden gesenkt und die finanziellen Entschädigungen ausgeweitet werden.

Der Kanton Obwalden stösst in einer Medienmitteilung ins gleiche Horn. Zudem fordert Obwalden, dass «gezielte, edukative Abschüsse von Einzeltieren aus Wolfsrudeln möglich sein müssen.» Diese sollen bei den überlebenden Wölfen bewirken, dass sie sich von Nutztierherden fernhalten.

Verdoppelung der Wolfspopulation in Graubünden

Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt der Kanton Graubünden. Dort hat sich die Wolfspopulation im letzten Jahr von 25 auf 50 Tiere verdoppelt. Insgesamt gibt es nun sechs Wolfsrudel im Bündnerland. Regelmässig werden Wolfsrisse von Nutztieren gemeldet, so zum Beispiel diese Woche in Klosters. Im Vergangenen Jahr wurden 257 Nutztiere gerissen, 2019 wurden 127 Risse durch Wölfe registriert. So haben sich neben der Wolfspopulation auch die Risse an Nutztieren verdoppelt.

Naturschutzorganisationen plädieren für mehr Herdenschutz

Der Herdenschutz steht besonders im Fokus, wenn die Frage nach dem Zusammenleben im Raum steht. Der Entwurf des Bundesrates stellt deshalb zusätzlich eine halbe Million Franken für den Herdenschutz zur Verfügung. Viel zu wenig, meinen die Naturschutzorganisationen. Sie fordern beispielsweise höhere Beiträge für die Behirtung von kleinen Schaf- und Ziegenherden, wie die Bauern-Zeitung kürzlich berichtete.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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