Bärenpark: Glaslift bringt Besucher ab 2015 an die Aare

Aktualisiert

BärenparkGlaslift bringt Besucher ab 2015 an die Aare

Nach langer Wartezeit ist es soweit: Ein Schräglift macht den Bärenpark für Gehbehinderte besser zugänglich. Die Behindertenkonferenz jubelt - und hat weitere Forderungen.

von
Mira Weingartner
Der Bärenpark wird für die Besucher in Zukunft auch mit Lift erreichbar sein.

Der Bärenpark wird für die Besucher in Zukunft auch mit Lift erreichbar sein.

22 verschiedene Modell-Vorschläge, fast zehn Jahre Planung und zahlreiche Rückschläge gehören nun der Vergangenheit an: Im Sommer 2015 wird im Bärenpark ein Schräglift entlang der südlichen Begrenzungsmauer gebaut. Die Stadt Bern hat am Donnerstag das ausgewählte Projekt präsentiert. Kostenpunkt: 2,92 Millionen Franken. Damit wird der Bärenpark ab Herbst 2015 auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität hindernisfrei erreichbar sein. Doch nicht nur sie dürfen den Aufzug vom Aareufer zum Tramdepot benutzen: «Tagsüber ist es ein Lift für alle Besucher», betont Gemeinderat Alexandre Schmidt. Einzig nachts wird die Glaskabine nur Behinderten mit einem sogenannten Eurokey zugänglich gemacht. Die Benützung des einzigen Liftes auf dieser Seite der Aare wird kostenlos sein. Schmidt ist sich sicher: «Der neue Schräglift ist eine Bereicherung für das Berner Wahrzeichen.»

Die Fahrt in der Glaskabine im Innern des Bärengeheges wird etwa eine Minute dauern. Bis zur Projektpräsentation am Donnerstag mussten die Planer einige Hürden überwinden. «Etwa der geologisch anspruchsvolle Hang, die denkmalpflegerischen Vorschriften und das Anliegen, einen optimalen Gebrauch zu garantieren, waren für uns eine Herausforderung», so Schmidt. Die zündende Idee hatte schlussendlich Roger Fridelancer, ein externer Planer und Experte für Seilbahnbau: «Ich habe oft über die Problemsituation des Bärenparks in der Zeitung gelesen und mich dann schliesslich selbst ans Werk gemacht.»

Noch weitere Anliegen in Bern

Für die Behindertenkonferenz der Stadt und Region Bern kommt die Realisierung einem Sieg gleich. «Es war demütigend, zehn Jahre auf eine Möglichkeit zu warten, um den Bärenpark als gehbehinderte Person eigenständig besuchen zu können», sagt deren Geschäftsführer Herbert Bichsel. «Eigentlich wäre ein solches Transportmittel schon von Anfang an geplant gewesen, trotzdem wurden die Pläne immer wieder verworfen.»

Doch für Bichsel ist mit der Durchsetzung des Projektes nur ein kleiner Teil seiner Arbeit erledigt: «Um den Bedürfnissen von Behinderten gerecht zu werden, gibt es in Bern noch viel zu tun.» So sei die Verpflichtung, alle Ticketautomaten und Fahrplananzeigen bis 2013 behindertengerecht zu gestalten, immer noch nicht erfüllt worden. «Wir müssen Druck machen, damit unsere Anliegen wahrgenommen werden.»

Bei Bernmobil ist man sich diesen Wünschen bewusst: «Die neu eingeführten Ticketautomaten erfüllen unserer Ansicht nach die Normen. Bei den Anzeigetafeln verzögert sich die Angelenheit ein wenig», sagt Rolf Meyer von Bernmobil. «Man muss sich bewusst sein, dass es sich beim Ersatz um Millioneninvestitionen handelt», ergänzt er.

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