Unfallopfer erzählt: «Glattalbahn schleifte mich 20 Meter mit»
Aktualisiert

Unfallopfer erzählt«Glattalbahn schleifte mich 20 Meter mit»

Mit dem Velo ist Silvan Bohnert in Glattbrugg unter die Glattalbahn geraten und überlebte schwer verletzt. Der 17-Jährige warnt jetzt vor den Trams.

von
Annette Hirschberg
Kann wieder lachen: Unfallopfer Silvan Bohnert liegt zurzeit erneut im Zürcher Unispital.

Kann wieder lachen: Unfallopfer Silvan Bohnert liegt zurzeit erneut im Zürcher Unispital.

Alles kommt wieder hoch bei Silvan Bohnert, wenn er von der momentanen Unfallserie bei der Glattalbahn liest. Passiert war es am 22. Juni 2012 um 8.30 Uhr: Mit dem Velo fuhr der 17-Jährige an jenem Morgen auf der Glattparkstrasse neben der Glattalbahn entlang und bog an der Kreuzung Thurgauerstrasse links über die Gleise ab. Da erfasste ihn ein 12-er-Tram in voller Fahrt. «Ich prallte auf die Frontscheibe, wurde zu Boden geschleudert und rund 20 Meter mitgeschleift», so Bohnert. Drei Tage lang schwebte er zwischen Leben und Tod. Seine obersten vier Rückenwirbel waren gebrochen, die Lunge kollabierte und er hatte innere Blutungen.

«Ich hatte riesiges Glück, ich hätte vom Hals an gelähmt sein können», sagt Bohnert.

Jetzt, zehn Monate nach dem Unfall, liegt er wieder im Spital. Stäbe und Schrauben wurden aus dem Rücken entfernt. Wieso er das Tram, das von hinten kam, nicht hörte oder sah, weiss Bohnert nicht. «Ich kann mich nicht erinnern.» Er hat es versucht, ging an die Unfallstelle, setzte sich ins Tram und fuhr die Strecke ab – vergeblich. Für ihn ist klar, dass er selbst Schuld ist. Aber: «Das Tram kommt dort sehr schnell und leise, das ist gefährlich.»

Motorgeräusch für die Trams?

Bohnert wünscht sich, dass die Glattalbahn ein Motorgeräusch machen würde. So, glaubt er, könnten weitere schwere Unfälle wie jene der vergangenen Wochen vermieden werden. «Denn jeder solche Unfall ist eine Tragödie für alle Betroffenen», so Bohnert.

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