Aktualisiert 08.07.2014 12:30

Kanton Zürich

Glattalbahn soll sicherer werden dank Barrieren

Der Einbau von fünf Barrieren an neuralgischen Punkten soll die von Unfällen heimgesuchte Glattalbahn sicherer machen. Die Massnahmen von 2013 zeigten bislang zu wenig Wirkung.

Seit der Inbetriebnahme der Glattalbahn erfasste die Kantonspolizei 43 Unfälle. Dabei wurde eine Person getötet. Zwölf Personen wurden schwer und 30 leicht verletzt. Laut Marc Neracher von der Kantonspolizei Zürich sind die meisten Unfälle auf das Missachten des Rotlichts zurückzuführen, wie er am Dienstag an einer Medienkonferenz ausführte.

Ereignet haben sich die Unfälle hauptsächlich bei trockener Strasse. Zudem waren die meisten Unfallverursacher mit der Strecke vertraut. Am häufigsten zu Kollisionen kam es in den morgendlichen und abendlichen Stosszeiten.

Überdurchschnittlich viele Unfälle

Die Zahl der Unfälle entlang der Glattalbahn-Strecke ist im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch. Laut Matthias Keller, Direktor der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG), ereignen sich pro Million gefahrene Tramkilometer 10,3 Unfälle. Dieser Wert liegt 20 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt von 8,3 Unfällen.

Die im vergangenen Sommer umgesetzten Massnahmen - darunter eine farbliche Umgestaltung der Tram-Front sowie die Kennzeichnung gefährlicher Bahnübergänge mit grüner Farbe - erzielten nicht den gewünschten Effekt, wie Kantonsingenieur Felix Muff sagte. So habe es bei den Verkehrsteilnehmenden nur unwesentliche Verhaltensänderungen gegeben.

Fünf Kreuzungen im Visier

Über 50 Prozent der Kollisionen passierten an fünf Kreuzungen in Opfikon, Wallisellen und Dübendorf, wie Keller erklärte. Dort will die VBG nebst den bestehenden Lichtsignalanlagen Schranken erstellen.

Das Vorprojekt werde nach den Sommerferien gestartet. Falls es keine Einsprachen gibt, geht Keller davon aus, dass der Umbau innert zweier Jahre realisiert werden kann. Die Kosten belaufen sich auf 300'000 bis 600'000 Franken pro Kreuzung. Die Finanzierung erfolge vollständig aus der ÖV-Kasse des Kantons.

In der Übergangszeit wird die Geschwindigkeit der Glattalbahn an den fünf Kreuzungen auf maximal 36 Kilometer pro Stunde begrenzt. Theoretisch gilt derzeit noch eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Bereits heute befahren die meisten Tramchauffeure diese neuralgischen Stellen jedoch schon mit 48 Kilometern pro Stunde oder weniger, wie Keller sagte. Ziel ist es, dank der baulichen Massnahmen die Zahl der Unfälle um 50 Prozent zu senken.

(sda)

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