Sanierung A1 St. Gallen  – «Glauben nicht an einen Verkehrskollaps»
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Sanierung A1 St. Gallen «Glauben nicht an einen Verkehrskollaps»

Ende Februar startet die Sanierung der Stadtautobahn St. Gallen vom Sitterviadukt ostwärts. Verkehrstechnisch dürfte es eng werden. Bürgerinnen und Bürger werden dazu angehalten, in Stosszeiten den ÖV zu benutzen. 

von
Katja Fässler
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Die Stadtautobahn St. Gallen muss erneuert werden. 

Die Stadtautobahn St. Gallen muss erneuert werden. 

Astra
2021 wurde bereits mit ersten Arbeiten begonnen. 

2021 wurde bereits mit ersten Arbeiten begonnen. 

Astra
Viele Arbeiten konnten in der Nacht durchgeführt werden. 

Viele Arbeiten konnten in der Nacht durchgeführt werden. 

Astra

Darum gehts

Ende Februar beginnt die Sanierung der Stadtautobahn vom Sitterviadukt bis Neudorf. Um eine Überlastung der A1 und des umliegenden Strassennetzes zu vermeiden, muss der Verkehr zu Stosszeiten um zehn Prozent reduziert werden. Bereits im vergangenen Jahr wurde der westliche Abschnitt der Stadtautobahn von Winkeln bis zu Sitterviadukt saniert. Die heikle Phase vom Sitterviadukt ostwärts startet Ende Februar und dauert bis voraussichtlich Ende 2023. Gerade bis zum Abschnitt Kreuzbleiche stellt die raumgreifende Baustelle eine Herausforderung für den Verkehr dar, da für deren Einrichtung kein Pannenstreifen zur Verfügung steht. 

So muss in Fahrtrichtung St. Margrethen eine Reduktion von drei auf zwei Fahrspuren erfolgen. Aufgrund der logistischen Herausforderungen können die Arbeiten nur tagsüber ausgeführt werden, wie es im Communiqué der Bundesamtes für Strassen Astra und dem Kanton St. Gallen heisst. «Durch den Spurabbau und die Baustelle komme es unweigerlich zu verkehrlichen Einschränkungen auf der Stadtautobahn», sagt Guido Biaggio, Vizedirektor des Bundesamtes für Strassen Astra. 

Fahrten zu Stosszeiten vermeiden

Wie will die Stadt also einen Verkehrskollaps in der Stadt St. Gallen vermeiden? Indem sie an die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger appelliert. Demnach sollen wenn möglich Fahrten auf Randzeiten verschoben werden, damit die A1 zu Stosszeiten entlastet wird. Auch alternative Verkehrsmittel wie Velo und Bus sollen als Lösung dienen. Das Potenzial zur Verkehrsreduktion in der Stadt ist gross, wie Stadtrat Markus Buschor, Vorsteher der Direktion Planung und Bau, erklärt: «Rund 80 Prozent aller Fahrten auf der Stadtautobahn haben ihren Start- oder Endpunkt auf dem Gebiet der Stadt St. Gallen.»

Keine finanziellen Anreize

Finanzielle Anreize zu schaffen wie eine Vergünstigung der ÖV-Preise oder gratis ÖV zu Stosszeiten sind nicht vorgesehen. Auch vorangegangene Astra Autobahnbauprojekte mit ähnlichen Verkehrsauswirkungen hätten «ohne Goodies» gut über die Bühne gebracht werden können, wie Buschor auf Anfrage ergänzt. Er glaube nicht an einen Verkehrskollaps, jedoch an die verantwortungsvollen Verkehrsteilnehmer.

«Allein, dass auf gewissen Strecken zusätzliche Busse eingesetzt und Haltestellen temporär umgestaltet werden, um den Busverkehr zu bevorzugen, ist ein Anreiz», so Buschor weiter. Zudem könnten gewisse Berufsgruppen im Homeoffice arbeiten oder ihren Arbeitsbeginn flexibel gestallten, so dass sie ausserhalb der Stosszeiten pendeln. 

Dass es am Anfang zu Staus kommt, wird wohl nicht zu verhindern sein. Dennoch glaubt Buschor nicht an einen Verkehrskollaps und zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit der Verkehrsteilnehmer. Einen Plan B gibt es nicht. «Wir beobachten laufend und sind parat, wenn es irgendwo Handlungsbedarf gibt.» 

Verhalten im Stau

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